Norwegen: Ölbohrung nach BP-Desaster unwahrscheinlich
Oslo - Die umstrittene Probebohrung in Norwegen wird auf Grund der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko unwahrscheinlicher: Terje Riis-Johansen, norwegischer Öl- und Energieminister, sagte gegenüber der Osloer Zeitung "Verdens Gang", er empfinde es persönlich als falsch, die seit längerem geplante Bohrung vor der Inselgruppe Lofoten in Nordnorwegen durchzuführen. Man solle sich bloß die Katastrophe im Golf von Mexiko vor Augen halten. "Es wäre fatal, darüber einfach hinwegzugehen."
Die seit langem geplanten, aber noch nicht endgültig genehmigten Bohrungen nach möglichen Ölvorkommen vor den Lofoten sind heftig umstritten, weil die Gewässer und die Inselwelt nördlich des Polarkreises als besonders sensibel gelten.
Während die sozialdemokratische Partei von Ministerpräsident Jens Stoltenberg stets für die Bohrungen eingetreten ist, sind die in der Regierung vertretenen Linkssozialisten strikt dagegen. Die liberale Zentrumspartei von Öl- und Energieminister Riis-Johansen vertrat bisher einen skeptischen, aber nicht ganz ablehnenden Standpunkt.
Stoltenberg reagierte ausweichend auf die nun entschiedene Stellungnahme des zuständigen Fachministers und sagte: "Es ist seit langem bekannt, dass wir hier unterschiedliche Meinungen haben." Die Regierung werde im Lauf des kommenden Jahres entscheiden. Die Zeitung "Aftenposten" meinte in einem Kommentar: "Die Äußerung des Ölministers hat die Regierung einem Nein näher gebracht."
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