Nabucco-Pipeline: letzter Klärungsbedarf bei Finanzierung
Kiew - Im Wettlauf um die Bodenschätze in Zentralasien sieht EU-Energiekommissar Günther Oettinger noch letzten Klärungsbedarf bei der Finanzierung des europäischen Nabucco-Gaspipeline-Projekts. Noch seien nicht alle Entscheidungen über die Investitionen in die geplante Gasleitung vom Kaspischen Meer getroffen. Dies sagte Oettinger bei einer Konferenz in der ukrainischen Stadt Odessa.
Oettinger äußerte sich zuversichtlich, dass diese "wichtigen Schritte" aber in den kommenden Monaten gemacht würden und warb erneut für das ca. 7,9 Milliarden Euro teure und von der EU unterstützte Projekt. Die mit Nabucco geplante Energiesicherheit Europas sei im öffentlichen Interesse, betonte er.
Oettinger forderte die Ukraine zu weitgehenden Reformen auf dem Energiesektor auf. Die EU sei bereit, die Ex-Sowjetrepublik bei der Modernisierung ihres Transitnetzes finanziell zu unterstützen. Voraussetzung seien allerdings Transparenz und ein effektives Management, unterstrich der Politiker. Die Ukraine ist für die EU das wichtigste Transitland für russisches Gas. In der Vergangenheit hatte es wegen eines Streits zwischen Moskau und Kiew um unbezahlte Rechnungen wiederholt ernste Lieferschwierigkeiten gegeben. Mit der Nabucco-Leitung soll ab 2014 die Abhängigkeit der Europäer von russischem Gas verringert werden.
Moskau sei für den Westen ein wichtiger Partner, betonte Oettinger in der Hafenstadt am Schwarzen Meer. Gleichzeitig müsse aber Russland verstehen, dass sich die EU auch nach anderen Energiequellen umsehe. An den Nabucco-Planungen sind neben dem RWE-Konzern Unternehmen aus Österreich, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und der Türkei beteiligt.
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