Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken senkt Strompreise nicht
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Düsseldorf/Berlin - Laut einem Pressebericht würde eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken nicht zwingend zu sinkenden Strompreisen führen. Das berichtet das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) und beruft sich dabei auf ein Gutachten des Darmstädter Öko-Instituts für das Bundesumweltministerium. Mit dem Gutachten wolle Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eines der wichtigsten Argumente der Branche für eine Laufzeitverlängerung entkräften.
Das Öko-Institut habe die Strompreisniveaus in einzelnen EU-Mitgliedstaaten verglichen und komme zu dem Ergebnis, dass es "keinen Zusammenhang zwischen hohem Kernenergie-Anteil und Strompreisniveau" gebe. "Im Gegenteil: Es finden sich sowohl Staaten mit hohen Kernenergieanteilen und sehr hohem Preisniveau für Haushalts- und Industriekunden als auch Staaten mit niedrigem Kernenergieanteil und niedrigem Preisniveau", heiße es in der Untersuchung.
Ein besonderes Augenmerk legten die Gutachter dem Blatt zufolge dabei auf den französischen Strommarkt: In Frankreich liege der Anteil des Stroms aus Kernkraftwerken bei knapp 80 Prozent, in Deutschland bei knapp 30 Prozent. Dennoch sei das Strompreisniveau in Frankreich laut Öko-Institut in einzelnen Marktsegmenten sogar höher als in Deutschland.
Aus Sicht des Öko-Instituts hätte ein "Ausstieg aus dem Ausstieg", also ein Stopp des Atomausstiegs in Deutschland, möglicherweise aber sogar preistreibende Effekte. Mit dem Ausstiegsbeschluss gebe es einen transparenten Fahrplan. Dieser Plan führe zu einer erhöhten Investitionsbereitschaft und damit zu einer beschleunigten Modernisierung des Kraftwerksparks und so zu einer "mittel- bis langfristigen Dämpfung der Strompreisentwicklung". Die mit einer Laufzeitverlängerung einhergehende Unsicherheit würden dagegen laut Öko-Institut "wahrscheinlich zu einem gedämpften Modernisierungsprozess und damit verbunden eher zu höheren Strompreisen führen".
Video: So funktioniert der Stromanbieterwechsel
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