Geldmenge in der Eurozone wächst weniger schnell

Frankfurt - Der Anstieg der Geldmenge in den Euro-Ländern ist deutlich zurückgegangen, während die Unternehmen gleichzeitig mehr Kredite erhalten. Die breit gefasste Geldmenge M3 wuchs im Oktober zum Vorjahresmonat um 4,4 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit März 2015. Die Markterwartungen von plus 5,0 Prozent wurden deutlich verfehlt. Im September hatte der Zuwachs 5,1 Prozent betragen.

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Bild: Euromünzen als Zahnräder Bild: ©arahan/fotolia.com / Text: dpa-AFX

Das Wachstum der enger gefassten Geldmenge M1 fiel ebenfalls geringer aus. Die Wachstumsrate fiel von 8,4 Prozent im September auf 7,9 Prozent im Oktober. M1 gilt aufgrund seines hohen Anteils an kurzfristig verfügbaren Einlagen als guter Konjunkturindikator.

Die Kreditvergabe setzte ihr moderates Wachstum fort. An private Haushalte wurden 1,8 Prozent mehr Kredite vergeben als ein Jahr zuvor. An Unternehmen gingen 2,1 Prozent mehr Kredite als im Vorjahresmonat. Im September hatten die Raten 1,8 Prozent (Haushalte) und 2,0 Prozent (Unternehmen) betragen.

Die EZB versucht seit geraumer Zeit, die Banken zu einer höheren Kreditvergabe zu bewegen. Dazu hat sie ihre Geldpolitik extrem gelockert, auch durch speziell auf die Kreditvergabe ausgerichtete langfristige Refinanzierungsgeschäfte. Hintergrund ist das aus Sicht der EZB mittelmäßige Wachstum und die schwache Inflation.

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