Gas wird in Sachsen bis zu sieben Prozent billiger

dpa
Bild: palniki gazowe



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Dresden (dpa) - Kunden in Sachsen können im Frühjahr auf billigeres Erdgas hoffen. Zahlreiche Anbieter wollen die Preise senken, ergab eine Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa). Einige Unternehmen geben gesunkene Rohstoffpreise als Grund an. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale Sachsen reagieren sie auch auf den Druck der Konkurrenz. "Dauerhaft faire Preise wird es erst geben, wenn die Verbraucher zwischen verschiedenen Anbietern wählen können", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD). Wenn die Preise wieder nach oben gehen sollten, werde er im Auge behalten, dass die Anpassung nach oben mit der gleichen zeitlichen Verzögerung geschehe wie jetzt die Preissenkung. Rund 40 Unternehmen verkaufen im Freistaat Gas.

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Der ostsächsische Energieversorgers ENSO senkt ab April seine Preise um 6,5 Prozent. Selbst früher geschlossene Verträge mit fixen Jahrespreisen könnten gekündigt werden, teilte das Unternehmen mit. ENSO versorgt 100 000 Abnehmer. "Die positive Entwicklung des Ölpreises wollen wir ohne Verzögerung an die Kunden weiter geben", sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke Leipzig, Wolfgang Wille. Die rund 40 000 Leipziger Gas-Kunden müssen ab April durchschnittlich sieben Prozent weniger zahlen. Für Inhaber eines variablen Vertrages bedeutet das brutto 0,5 Cent pro Kilowattstunde weniger.

Beim Gasversorger Mitgas (Kabelsketal, Sachsen-Anhalt) fallen die Preise ab April unter anderem in Westsachsen um sieben Prozent. Man reagiere auf den Rückgang der Ölpreise in den vergangenen Monaten, sagte eine Sprecherin der Mitteldeutschen Gasversorgung GmbH. Bei einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bedeute das 90 Euro weniger.

Bei der Erdgas Südsachsen in Chemnitz kostet die Kilowattstunde ab April 0,41 Cent weniger. Für 20 000 Kilowattstunden beträgt die Ersparnis nach Angaben des Unternehmens 108,43 Euro oder 7,6 Prozent. "Wir senken ab Mai die Preise erneut",sagte Marketing-Chef Ullrich Bannorth von den Stadtwerken Riesa. Das Unternehmen hatte eigenen Angaben zufolge zu Jahresbeginn 0,16 Cent pro Kilowattstunde nachgelassen. Auch die Gasversorgung Görlitz, die Stadtwerke Elbtal, Döbeln, Bautzen und Zittau senken die Preise.

Seit Februar wirbt in Sachsen ein neuer Lieferant mit Sitz in München mit niedrigen Tarifen um Kunden. "Wir sagen aber nie, dass wir billiger sein wollen als jedes Produkt und jeder Tarif anderer Anbieter", sagte Alexander Land, Sprecher des Anbieters "E wie Einfach".

Die Verbraucherschützer sehen fallende Preise vor allem als Folge steigenden Konkurrenzdrucks. "Mit Preissenkungen nachzuziehen, ist weniger ein freundlicher Akt als Zwang im Wettbewerb", sagte Roland Pause von der Leipziger Beratungsstelle. Der Experte rät vor einem Wechsel zum gründlichen Vergleich. Der Gaspreis richte sich im Einzelfall nach der Region und der Konkurrenz.

18 sächsische Gasnetzbetreiber mussten inzwischen ihre Durchleitungspreise senken, nachdem die beim Wirtschaftsministerium angesiedelte Landeregulierungsbehörde die Kosten für die Nutzung der Netze geprüft hatte. Für die noch anstehende Kontrolle großer Versorger werde gleichfalls mit Aufforderungen zur Kürzung gerechnet, hieß es aus dem Ministerium. Die Behörde werde prüfen, ob die Kürzungen tatsächlich beim Kunden ankämen.



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