Ansturm auf Google Street View - Aigner kritisiert Fehlerquote

dpa | 22.11.2010
Bild: Menschenscherenschnitte
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Berlin - Fehler bei der Verpixelung von Häusern und Personen in Googles Panorama-Dienst Street View wurden von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) scharf kritisiert. "Bei der Eile, mit der die Flut von rund einer Viertelmillion Widersprüchen bearbeitet wurde, ist leider die Sorgfalt auf der Strecke geblieben", sagte sie der "Bild am Sonntag". Die Fehlerquote würde eindeutig zu hoch ausfallen und sei "nicht akzeptabel". Google wies den Vorwurf zurück. Das System, mit dem Widersprüche erfasst und bearbeitet werden, habe sich bewährt.


Der neue Dienst Google Street View zeigt seit Donnerstag Panorama-Fotos von 20 deutschen Großstädten. Bis zum Start hatten mehr als 244.000 Bürger und Unternehmen beantragt, die Fassade ihres Hauses verpixeln zu lassen. Der Dienst stößt nicht nur bei Verbraucherschützern, sondern auch bei Datenschützern auf Kritik, weil die Gesichter von Passanten und die Ansichten von Häusern oftmals nicht ausreichend unkenntlich gemacht worden sind.

Aigner vertrat die Ansicht, Google sei durch die Vielzahl an Fehlern schwer beschädigt. "In der Kommunikation des Projekts, aber auch bei der praktischen Umsetzung wurden viele Fehler gemacht, ganz klar", sagte die Ministerin. "Das alles hat Google schwer geschadet."

Das Unternehmen sprach dagegen von einem großen Erfolg. Schon kurz nach dem Start des Dienstes habe sich gezeigt, dass das System zur Erfassung und Bearbeitung von Widersprüchen sehr effizient greife, sagte Sprecher Kay Oberbeck am Sonntag. Bei nachträglicher Meldung würden unerwünschte Bilder "zumeist binnen weniger Stunden" unkenntlich gemacht. Die Nutzung des Kartendienstes Google Maps in Deutschland habe seither in der Spitze um 300 Prozent zugenommen.

Angesichts des derzeitigen Umgangs mit Benutzerdaten im Netz fordert FDP-Generalsekretär Christian Lindner neue Regeln. Der Einzelne müsse in der Lage sein, "auch bei einem kommerziellen Anbieter über seine Daten verfügen zu können", sagte er der Onlineausgabe des "Hamburger Abendblatts", abendblatt.de. "Das Internet darf kein Feld sein, wo es anarchische Strukturen gibt."

Eine ganz eigene Erfahrung mit Google Street View machten die Grünen: Ihre Parteizentrale in Berlin wurde unkenntlich gemacht - obwohl die Grünen selbst dies gar nicht wollten. Recherchen ergaben, dass Unbekannte die Verpixelung beantragt hatten. Sie sei nicht mehr rückgängig zu machen, teilte Malte Spitz vom Bundesvorstand mit.

 



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