Bild: Kurznachricht (SMS)

Kurzmitteilung

Eine Kurznachricht (auch SMS oder Kurzmitteilung) ist eine Textnachricht, die über das Mobilfunknetz an Handys gesendet wird. Der entsprechende Dienst trägt den englischen Namen "Short Message Service". Im deutschsprachigen Raum wird die Abkürzung des Dienstes (SMS) meist für die Kurzmitteilung selbst verwendet. Eine SMS ist auf 160 Zeichen begrenzt und mittlerweile auch im Festnetz verfügbar.

Früher kostenlos, heute Umsatztreiber

Die erste SMS wurde am 3. Dezember 1992 von einem PC an ein Handy ins britische Vodafone-Netz versendet. Die Kurznachrichten sollten in erster Linie dazu dienen, Mobilfunkkunden zeitnah über Netzstörungen und ähnliches zu informieren. Die Handy-Nutzer selbst konnten von dem Dienst ebenfalls Gebrauch machen. In vielen Netzen war das Senden von SMS anfangs sogar kostenlos. Innerhalb kürzester Zeit entwickelten sich die Kurznachrichten vom Nebenprodukt zum beliebten Kommunikationsmittel. Bereits in den 90ern etablierte sich im deutschen Sprachgebrauch das Verb "simsen" als Kurzform für "SMS versenden".

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Aufgrund des enormen wirtschaftlichen Potenzials wurden SMS bald kostenpflichtig. In Deutschland bewegt sich die Preisspanne heute zwischen 3 Cent und 4,99 Euro für eine Kurznachricht. Die höherpreisigen SMS werden dabei vor allem im Micropayment-Bereich eingesetzt, zum Beispiel zur Bezahlung von Klingeltönen oder Gewinnspiel-Teilnahmen. Die Zahl an versendeten SMS ist seit der Einführung stark angestiegen. Im Jahr 2000 verschickten die Deutschen 11,4 Milliarden Kurzmitteilungen, 2005 waren es schon über 22 Milliarden. Der Branchenverband BITKOM hat errechnet, dass 2010 mit insgesamt 41 Milliarden SMS erneut ein Rekord aufgestellt wurde. Diese unglaubliche Zahl wurde jedoch in 2011 nochmals überstiegen. Wie die Bundesnetzagentur im Mai 2012 mitteilte, haben die Deutschen 2011 55 Milliarden SMS versandt. Es ist offensichtlich, dass die SMS für die Mobilfunkanbieter inzwischen zu einem wichtigen Umsatzfaktor geworden ist.

Abkürzungskultur und T9

Hinter der Abkürzung „T9“ verbirgt sich ein nützliches Vervollständigungs-Werkzeug für Kurznachrichten. Die Abkürzung steht für „Text on nine keys“ (zu deutsch „Text mit neun Tasten“). Ist T9 aktiviert, brauchen Nutzer beim Schreiben einer SMS die neun Tasten des Handys jeweils nur einmal pro Buchstabe zu drücken. Ohne T9 ist für ein „S“ beispielsweise viermaliges Drücken der Taste 7 notwendig. T9 erkennt viele Buchstabenkombinationen und zeigt nach jedem Tastendruck das entsprechende Wort mit der höchsten Wahrscheinlichkeit an. Dadurch lassen sich einzelne Wörter und entsprechend komplette Kurznachrichten viel schneller schreiben.

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Das besondere an der Kommunikation über SMS ist die Kürze der Nachrichten. Wer mehr als 160 Zeichen eingibt, muss eine zweite SMS bezahlen. Daher hat sich eine ganz eigene Abkürzungskultur für Kurzmitteilungen entwickelt. Mitunter wirken SMS dadurch für Laien wie eine kryptische Aneinanderreihung von Zeichen. Doch wenn Sender und Empfänger über den gleichen Wortschatz inklusive Abkürzungen verfügen, passen in eine 160-Zeichen-SMS durchaus viele Informationen. Dieses Prinzip wurde übrigens auch vom Micro-Bloggingdienst Twitter übernommen. Tweets sind auf eine Länge von nur 140 Zeichen begrenzt.

Messenger-Apps: Konkurrenz für die SMS

Obwohl die Deutschen immer noch sehr gerne und sehr viele SMS verschicken, droht der klassischen Kurzmitteilung ernsthafte Konkurrenz. Durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Datentarifen für mobiles Internet setzen immer mehr Nutzer auf sogenannte Messenger-Apps. Ein bekanntes Beispiel ist das Programm WhatsApp. Damit können Nutzer ebenfalls Nachrichten verschicken und chatten. Im Gegensatz zur SMS sind diese Instant Messages kostenlos und die Zeichenzahl ist nicht begrenzt.

Der Nachteil ist, dass sowohl Sender als auch Empfänger über ein Smartphone mit Internetverbindung und eine entsprechende Messenger-App verfügen müssen. Da dies noch nicht immer der Fall ist, sind auch viele Smartphone-Nutzer immer noch auf die SMS angewiesen. Das wissen die Mobilfunk-Anbieter und wollen die SMS auch weiterhin als Umsatztreiber behalten. So kommt es, dass in vielen sogenannten "All-Net-Flatrates" das Versenden von SMS nicht inklusive ist - meist kostet das Versenden einer SMS in diesen Tarifen neun Cent. Alternativ kann eine SMS-Flatrate zum Tarif kostenpflichtig hinzugebucht werden.

SMS-Nachfolger "Joyn"

Als Reaktion auf WhatsApp und Co wollen die großen Mobilfunkanbieter einen neuen Messaging-Dienst starten, der die Vorteile von SMS und Messenger-Apps in sich vereinen soll. Die Telekom, Vodafone und O2 wollen mit "Joyn" den Nachfolger der klassischen SMS etablieren. Doch seit der Ankündigung Ende 2011 hat sich der Start des neuen Kurznachrichtendiensts immer wieder verzögert. Vodafone verkündete den Joyn-Start im Juni 2012, die Telekom folgte im März 2013. O2 hat sich noch nicht auf einen Starttermin festgelegt. E-Plus will diesen Dienst zunächst nicht anbieten. Nach Angaben eines Sprechers wolle man zunächst die Kundenrelevanz beobachten.

Hohe Bußgelder für Simsen am Steuer

Das Simsen während dem Autofahren wird in Deutschland mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt auf dem Flensburger Konto geahndet. Zwar untersagt das Handyverbot in der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht ausdrücklich, unterwegs Kurzmitteilungen zu tippen und zu lesen. Doch es ist generell verboten, das Handy während der Fahrt in die Hand zu nehmen, um es zu benutzen. Das schließt das SMS-Schreiben ein. Alternativ können sich Autofahrer die SMS von ihrem Handy oder Smartphone vorlesen lassen. In vielen Mobilfunkgeräten gibt es eine entsprechende Funktion. Bei neueren Smartphones können Kurzmitteilungen auch diktiert werden. Beim iPhone von Apple hilft hier zum Beispiel die Sprachsteuerung "Siri".

Vorsicht vor Werbe-SMS

Auf unerwünschte Werbe-SMS sollten Verbraucher auf keinen Fall antworten. Derartige Werbebotschaften würden meist ungezielt an alle möglichen Handynummern versendet. Eine Rückmeldung zeige den Firmen lediglich, dass eine Nummer auch tatsächlich genutzt wird - dadurch wird sie für die Absender nur noch wertvoller. Am besten ignoriert man die Werbe-SMS einfach. Nehmen die unerwünschten Botschaft jedoch zu, sollte sich der Handynutzer den Inhalt notieren oder die SMS etwa auf dem PC als Beleg speichern. Dann können sie gerichtlich eine Unterlassung gegenüber dem Anbieter durchsetzen. Um herauszufinden, wer hinter den lästigen Werbebotschaften steckt, können Kunden sich zudem an den Netzbetreiber wenden.


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