Einbau der Fußbodenheizung
Für welches Verlegesystem einer Fußbodenheizung man sich entscheidet, hängt von den Möglichkeiten auf der Baustelle ab. Prinzipiell raten Experten zum Einbau einer Fußbodenheizung beim Neubau. "Nachträglicher Einbau - etwa bei einer Renovierung - bringt oft größeren Aufwand und höhere Kosten mit sich", sagt Bertram Abert, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Estrich und Belag im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes in Berlin.
So kommt etwa das aufwendige, nassverlegende System nur für einen Neubau oder im Rahmen einer Kernsanierung eines Altbaus infrage. "Dann hat man alle Freiheiten zum Einbau einer Fußbodenheizung", sagt Plate. Voraussetzung beim Altbau ist allerdings, dass der Fußboden-Aufbau entfernt wird und es eine Rohbaudecke wie in einem Neubau gibt. Aufgrund der langen Trockenzeiten des Estrichs dauert der Einbau dieses Systems zwischen 7 und 21 Tagen. "Zunächst werden ein Wärmeschutz und eine Trittschalldämmung eingebaut, dann werden die Heizungsrohre befestigt, und schließlich wird der Estrich eingebaut", erläutert Plate.
Einbau auch in Altbauten möglich
Für einen weniger aufwendigen Umbau eignet sich das sogenannte Dünnschichtsystem. Dieses sei schnell nachrüstbar, sagt Plate. "Dafür wird auf den Bodenbelag, etwa ein Estrich oder Fliesen, eine Noppenplatte geklebt, die eine feste Verbindung mit dem Untergrund eingeht."
Vorteile eines solchen Dünnschichtsystems seien eine sehr kurze Einbauzeit und die niedrige Aufbauhöhe von etwa zwei Zentimeter. "Es kann allerdings Wärme verloren gehen, wenn kein ausreichender Wärmeschutz des vorhandenen Fußbodenaufbaus besteht", erläutert Plate. Denn hierbei wird nicht wie bei anderen Systemen eine zusätzliche Dämmschicht eingebaut.
Ebenfalls zum Nachrüsten eignen sich laut Plate Systeme, die trocken verlegt werden. Diese sind auch vorteilhaft in Altbauten mit Holzbalkendecken, die eine geringere Traglast haben. "Dafür werden kombinierte Wärme- und Trittschalldämmplatten benötigt und in die vorhandenen Nuten der Platten die Rohre verlegt." Der Einbau dauere nur zwei bis drei Tage.
Allerdings sei der Aufbau mit etwa fünf Zentimetern auch höher als bei den Dünnschichtsystemen. Das muss bei der Nachrüstung einer Fußbodenheizung auf jeden Fall einkalkuliert werden, sagt Pommer. "Der Fußbodenaufbau kann schließlich zu hoch werden. Normal liegt der bei vier Zentimetern, mit Bodenheizung allerdings bei sechs bis zehn Zentimetern." Das führe dann dazu, dass die Fenster niedriger und die Türen kleiner werden.
Wichtig: Beratung vom Fachmann
Angesichts dieser Tücken sollte bei der Planung eines nachträglichen Einbaus einer Fußbodenheizung auf jeden Fall ein Fachmann zurate gezogen werden. "Die können die Planung kompetent durchführen und eine Wärmebedarfsrechnung machen", sagt Abert. Sie prüfen darüber hinaus die Möglichkeiten für die jeweiligen baulichen Gegebenheiten, etwa unter Berücksichtigung der Tragfähigkeiten des Fußbodens oder der vorhandenen Wärmedämmung.
Fußbodenheizung im Urlaub nicht abschalten
Eine nachgerüstete Fußbodenheizung reagiert meist langsamer als eine Radiatorenheizung. "Die Aufheizung der Räume dauert mit einem nassverlegten System länger als bei einer Radiatorheizung", sagt Joachim Plate, Geschäftsführer des Bundesverbandes Flächenheizungen und Flächenkühlungen aus Hagen. "Wenn jemand beispielsweise in den Winterurlaub fährt, sollte die Heizung daher nicht vollständig ausgeschaltet, sondern nur abgesenkt werden." Dünnschichtsysteme und trockenverlegte Systeme hingegen heizen die Räume ähnlich schnell auf.
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