Bild: Smartphone im Urlaub ©karandaev/iStock.com

EU-Roaming

Zwar sollte man gerade im Urlaub besser mal das Handy oder Smartphone zur Seite legen, um so auch vom Alltag loszulassen, doch das schaffen die wenigsten. Schließlich will man via Facebook auf dem Laufenden bleiben, Urlaubsfotos versenden oder man braucht in der Fremde Hilfe bei der Navigation. Also nutzt man auch im Urlaub wie gewohnt sein Smartphone oder Handy - möglich macht dies das sogenannte Roaming.

Was versteht man unter Roaming?

Dass man so einfach innerhalb der europäischen Mobilfunknetze herumwandern („roaming“ ist englisch und steht für „herumwandern“) kann, ist der Tatsache geschuldet, dass Mobilfunkvermittlungssysteme des ausländischen Netzes auf eine Art Teilnehmerregistrierung im Heimatnetz des Handynutzers zugreifen. So wird kontrolliert, ob die Autorisierung zur Benutzung der Mobilfunknetze vorhanden ist.

Roaming-Preise waren lange sehr hoch

Der Handynutzer selbst bekommt davon nichts mit, wenn er im EU-Ausland unterwegs ist. Was er bekommt, ist eine SMS, die ihm die wichtigsten Preisinformationen für Telefonate, SMS und mobiles Internet übermittelt. Außerdem sieht er auf seiner Handyrechnung, dass diese Preise von seinem gängigen Tarif abweichen. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Handynutzer nach der Rückkehr aus dem Urlaub oder Auslandssemester von horrenden Rechnungen überrascht.

Roaming-Verordnung der EU deckelt die Kosten

Deshalb hat die EU-Kommission reagiert und Preisobergrenzen für das Roaming innerhalb der EU festgelegt, die nach und nach sinken. Die Mobilfunkanbieter sind verpflichtet, einen Tarif ("EU-Tarif") anzubieten, der diesen Vorgaben genügt und nur niedrige Aufschläge auf den genutzten Inlandstarif erhebt. Demnach darf im EU-Tarif das Telefonieren seit dem 30. April im EU-Ausland maximal 6 Cent pro Minute inklusive Mehrwertsteuer zusätzlich kosten. Wer im EU-Ausland angerufen wird, zahlt maximal 1,2 Cent. Das Versenden einer SMS darf im EU-Tarif maximal 2 Cent mehr kosten. Beim Surfen dürfen nur 6 Cent pro Megabyte Datenvolumen verlangt werden. Die Summe aus Inlandspreis und EU-Aufschlag darf nicht mehr betragen als die bisherigen Höchstpreise: 23 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 7 Cent pro SMS und 24 Cent je MB Daten.

Zusätzlich gilt: Der EU-Kostendeckel für Daten-Roaming sorgt dafür, dass ab Kosten von rund 60 Euro monatlich die Verbindung gekappt wird. Eine weitere Internetnutzung ist nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers möglich. Der Kostendeckel für das Daten-Roaming gilt seit dem 1. Juli 2012 weltweit. Das Ziel der EU lautete zunächst, dass bis 2016 im EU-Ausland die gleichen Tarife wie im Inland gelten sollen.

Abschaffung der Gebühren im Sommer 2017

Inzwischen wurde beschlossen, dass die Gebühren ab dem Juni 2017 abgeschafft werden - allerdings mit Einschränkungen. Eine "Klausel zur fairen Nutzung" sieht vor, dass Anbieter beispielsweise bestimmte Obergrenzen für die Dauer von Telefonaten und die Zahl der versandten SMS festsetzen.

Auslandsoptionen sind günstiger

Verbraucher sollten trotz Roaming-Preisgrenzen beachten: Wichtig ist nach wie vor, dass man sich vor dem Urlaub bei seinem Mobilfunkanbieter nach den Preisen erkundigt. Viele Anbieter haben auch spezielle Auslands-Datenpakete im Programm, die während der Urlaubszeit flexibel zum bestehenden Vertrag hinzu gebucht werden können. Mit diesen Angeboten fährt man oft sogar günstiger als mit den EU-Preisen.

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