Nachtstrom: Wechselmöglichkeiten sind immer noch selten
Wer mit Strom heizt, hat einen erhöhten Stromverbrauch und damit auch höhere jährliche Stromkosten. Umso ärgerlicher ist es, dass sich ein Stromanbieterwechsel für private Verbraucher mit einem hohen Bedarf an Nachtstrom nach wie vor selten lohnt.
Nachtstrom wird meistens über Zweitarifzähler abgerechnet
Verbraucher von Nachtstrom besitzen in der Regel einen Zweitarifzähler, der den Stromverbrauch in zwei verschiedene Zeiträume mit unterschiedlichen Kosten einteilt. Tagsüber wird zur Berechnung der so genannte Hochtarif (HT) zugrunde gelegt. Der Nachtstrom wird nach dem günstigeren Niedertarif (NT) abgerechnet. Nachtspeicherheizungen laden sich in der Nacht auf und verbrauchen somit im billigeren NT-Bereich.
Günstige Angebote für Nachtstrom sind dünn gesät
Im Jahr 2010 gibt es immer noch keinen überregionalen Stromanbieter, der verbilligten Nachtstrom für Speicherheizungen im Tarifprogramm hat. Die Anbieter erklären, dass verbilligte Niedertarife für Nachtstrom aufgrund der schwierigen Kalkulation und fehlender Informationen über die tatsächlichen Verbräuche für sie nicht wirtschaftlich sind.
Wer Nachtstrom bezieht, kann derzeit nur die verbilligten Tarife des jeweiligen Grundversorgers nutzen. Der Nachtstromtarif des Grundversorgers ist zwar oft relativ günstig. Dennoch kommt es bundesweit immer wieder zu massiven Tariferhöhungen bei Nachtstrom . So ist es beispielsweise in einem Versorgungsgebiet in Baden-Württemberg zu einer Verteuerung von 46 Prozent bei Heizstrom gekommen. Da es keine Wechselmöglichkeit gibt, sind Verbraucher mit Nachtstrom der Preispolitik des regionalen Versorgers ausgeliefert.
Eine größere Auswahl bei Nachtstrom ab 2011?
Eine Hoffnung für Verbraucher mit Nachtstrom ist eine Regelung im Energiewirtschaftsgesetz (§40 Abs.3 EnWG). Dort wurde festgelegt, dass jeder Stromanbieter ab 2011 mindestens einen Tarif anbieten muss, der entweder lastvariabel oder tageszeitabhängig ist. Aufgrund dieser Verpflichtung ist zu erwarten, dass es eine größere Auswahl von Tarifen für Nachtstrom geben wird. Wie das Preisniveau dieser Tarife aussehen wird, ist allerdings noch unklar.

