Vattenfall wegen Kohlekraftwerke in Schweden in der Kritik
Stockholm - Die schwedische Regierung kritisiert den heimischen Staatskonzern Vattenfall wegen seiner Kohlekraftwerke in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Umweltminister Andreas Carlgren erklärte am Dienstag im Rundfunk, seine Regierung strebe den schnellstmöglichen Ausstieg aus fossilen Energiequellen an. Er sagte weiter: "Es ist wünschenswert, dass das auch in den Aktivitäten von Vattenfall mehr als bisher zum Ausdruck kommt". Der Energiekonzern gehört zu hundert Prozent dem schwedischen Staat und betreibt in Deutschland insgesamt fünf Kohlekraftwerke sowie weitere mit seiner neuen niederländischen Tochter Nuon.
Vattenfall mit Schwerpunkten in Berlin und Hamburg gehört zu den größten Stromanbietern in Deutschland. Das schwedische Unternehmen geriet vor allem wegen des Braunkohleabbaus in Ostdeutschland sowie der Neubaupläne für das Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg in die Kritik von Umweltschützern. Im eigenen Land betreibt der zu den fünf größten europäischen Stromerzeugern gehörende Staatskonzern vor allem Atom- und Wasserkraftwerke sowie zunehmend auch Windkraftanlagen.
Carlgren wich vor Journalisten in Stockholm der Frage aus, mit welchen praktischen Schritten der Staat als alleiniger Eigner Vattenfall zu einem Verhalten in größerer Übereinstimmung mit den energiepolitischen Zielen der Regierung bringen will. Über Kritik aus anderen Ländern an dem schwedischen Energiekonzern meinte der Minister nach Angaben der Nachrichtenagentur TT: "Vattenfall ist nicht unbedingt ein Plus, wenn ich mit meinen Kollegen in der EU diskutiere."
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