Trittin: Asse war Pilotprojekt für Endlager Gorleben
- Grüne sehen weiteren Aufklärungsbedarf zum Atommülllager Asse
- Erste Atommüllkammer in der Asse soll im November angebohrt werden
- Bundesamt für Strahlenschutz: Asse ungeeignet für Atommüll
- Streit im Parlament um Atommüll-Endlager Gorleben
- Bundesamt für Strahlenschutz will Atommüll aus Asse holen
- Behörden: Keine erhöhte Radioaktivität in Umgebung des Atommülllager Asse
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Hannover - Nach Aussage des früheren Bundesumweltministers Trittin (Grüne) war das Atommülllager Asse ein "Pilotprojekt" für das geplante Atommüll-Endlager Gorleben. Im ehemaligen Salzbergwerk Asse sei die Einlagerung von Atommüll in Salz im Hinblick auf den Salzstock Gorleben getestet worden. Dies sagte Jürgen Trittin am Montag vor dem Asse-Untersuchungsausschuss des Landtags Niedersachsen. In der Asse habe es außerdem Versuche mit hochradioaktivem Atommüll gegeben.
"Die Asse war untrennbar mit Gorleben verbunden", sagte Trittin und fügte hinzu, er selbst sei weder als Bundesumweltminister von 1998 bis 2005 noch als Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in Niedersachsen von 1990 bis 1994 unmittelbar für das Bergwerk zuständig gewesen. Als er sein Amt als Umweltminister antrat, habe das Bundesforschungsmisterium die Verantwortung für die Asse getragen.
Die rot-grüne Bundesregierung habe damals keine Veranlassung gesehen, die Zuständigkeiten zu ändern, betonte der Grünen-Fraktionschef im Bundestag. "Für die Umsetzung unserer Inhalte schien uns ein kleinlicher Streit über Zuständigkeiten zwischen Ressorts hinderlich zu sein." Von den Laugenzuflüssen in die Asse habe er 2001 erfahren, sagte Trittin. Dass die Laugen radioaktiv belastet gewesen seien, habe er zunächst aber nicht gewusst.
Der vor einem Jahr vom Landtag eingesetzte Untersuchungsausschuss will die Pannen und Versäumnisse in dem maroden Atommülllager Asse aufklären. Der Ausschuss will seine Arbeit noch mindestens bis zum Herbst fortsetzen. Im ehemaligen Salzbergwerk Asse lagern nach offiziellen Angaben rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), will den Atommüll wieder aus dem Bergwerk herausholen.
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