Thüringen: Tiefen-Geothermie hat großes Potenzial
Erfurt - Die Geothermie soll ein wichtiger Teil des künftigen Energiemixes in Thüringen werden. Bis 2020 sollen fünf Tiefen-Geothermie-Kraftwerke entstehen. Dies sagte der thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) am Montag bei der Vorstellung einer Studie zum Potenzial der Energiegewinnung.
Bei einer Leistung von je fünf Megawatt könnten damit 50.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Nun werde er das Gespräch mit möglichen Investoren suchen. Die Investitionskosten pro Kraftwerk bezifferte der Ressortchef auf rund 50 Millionen bis 60 Millionen Euro.
Nach Ansicht der Studienautoren gibt es in Thüringen erhebliches Potenzial für die Gewinnung von Energie aus Erdwärme. Vor allem das südliche Werra-Gebiet, der mittlere Thüringer Wald und das zentrale Thüringer Becken eigneten sich besonders für die Tiefen-Geothermie, sagte der Geschäftsführer des Jenaer Ingenieurbüros Jena-Geos, Andreas Schaubs. Insgesamt könnte in Thüringen beim derzeitigen technischen Stand rund 6.000 Quadratkilometer oder 38 Prozent der Landesfläche für Tiefen-Geothermie genutzt werden. Risiken aufgrund tektonischer Verschiebungen seien wegen der Gesteinsstrukturen ausgeschlossen.
Machnig sagte, angesichts der aktuellen Diskussion um die Kernkraft rechne er damit, dass die großen Energieversorger ihre Geschäftsmodelle grundlegend überdenken. Er erwarte, dass diese massiv in erneuerbare Energien investieren werden. Für den Bau von Geothermie-Anlagen gebe es noch bis 2015 vor dem Hintergrund des Erneuerbare-Energie-Gesetzes günstige Bedingungen durch höhere Einspeisevergütungen.
Bei der Tiefen-Geothermie werden über Bohrungen in 4,5 bis 5,5 Kilometer Tiefe Hohlräume im Gestein geschaffen und mit Wasser gefüllt. Dieses heizt sich aufgrund der Tiefenwärme so auf, dass es für die Gewinnung von Heizwärme und Strom genutzt werden kann.
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