Test-Windpark in der Nordsee verteuert sich um 61 Millionen Euro
Oldenburg - Der geplante Test-Windpark "alpha ventus" in der Nordsee vor Borkum wird sich um 61 Millionen Euro auf 250 Millionen verteuern. Auslöser seien stark gestiegene Stahlpreise sowie Probleme und Verzögerungen beim Bau, sagte ein Sprecher des Oldenburger Energieversorgers EWE am Mittwoch. Die zwölf Windkraftanlagen des ersten deutschen Offshore-Windparks sollten eigentlich im vergangenen Sommer 45 Kilometer nördlich von Borkum errichtet werden. Das Projekt musste wegen schlechten Wetters auf Frühjahr und Sommer 2009 verschoben werden. Das Testfeld ist ein Gemeinschaftsprojekt der Energieunternehmen EWE, E.ON und Vattenfall.
Die Kostensteigerung um rund ein Drittel hat sich nach Angaben des Sprechers bereits langfristig abgezeichnet. Um den Park dennoch in seiner ursprünglichen Planung zu realisieren, habe EWE deswegen im Dezember die Anteile an der Projektgesellschaft erhöht. Die beiden anderen Betreiber wollten auf zwei der zwölf Großwindräder verzichten.
Die Verzögerung und die Kostensteigerung bei dem Testfeld wird möglicherweise auch Auswirkungen auf die übrigen in Nord- und Ostsee geplanten Windparks haben. Es habe sich gezeigt, dass für den Bau der riesigen Windräder auf hoher See eine besondere Logistik erforderlich sei, sagte der Sprecher. Der Aufwand sei unter Umständen höher als bislang angenommen.
Im vergangenen Sommer hatte eine Flotte von eigens angemieteten Spezialschiffen und Kränen wegen der schlechten Witterung nahezu tatenlos in Wilhelmshaven gelegen. Den Spezialisten gelang es lediglich, das für den Parkbetrieb notwendige Umspannwerk auf hoher See zu bauen.
Mit alpha Ventus wollen die drei Energieversorger für sich und andere Betreiber Erfahrungen mit dem Bau von Windparks auf hoher See sammeln. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit 50 Millionen Euro für begleitende Forschungsarbeiten unterstützt. Die Mehrkosten werden den Angaben zufolge allein von den Unternehmen und vor allem von EWE übernommen.
Weitere Nachrichten vom 04.03.2009
- Erneuerbare-Energien-Branche will Kapazitäten bis 2020 verdreifachen
- Weg frei für schnellen Internetzugang in ländlichen Gebieten
- Ukrainischer Geheimdienst stürmt Energiekonzern
- Microsoft testet neue Suchmaschine
- Vattenfall plant vorerst keine weiteren Übernahmen
- Areva wirft Siemens wegen Atom-Allianz Vertragsbruch vor
- Web.de erweitert E-Mail-Dienst um Passwort-Speicher
- Verbraucherschützer fordern bessere Datensicherheit im Internet
- Siemens geht Atom-Allianz mit Russen ein
- United Internet gewinnt nur 40.000 neue DSL-Kunden
- Google-Chef: Abschwung wird uns auch erreichen
- Bundesnetzagentur fördert die Erschließung "weißer Flecken"
- Ölpreise leicht gefallen - Warten auf US-Rohöllagerbestände

