Steigende Strompreise: Branche fordert niedrigere Steuern

München/Heidelberg - Seit Beginn des Jahrtausends haben sich die Strompreise verdoppelt und bringen dem Staat große Einnahmen. Branchenvertreter fordern eine Entlastung. Die staatliche Belastung des Strompreises ist auf Rekordhoch. Steuern und Abgaben auf Strom müssen deshalb gesenkt werden, das gilt vor allem für die Stromsteuer", sagte der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Stefan Kapferer, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

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Bild: Stromleitung Bild: ©Siegfried Schnepf/fotolia.com / Text: dpa

Neben einer Abschaffung der Stromsteuer von sieben Prozent auf den Strompreis sollten künftig auch Steuerbefreiungen für energieintensive Industrieunternehmen aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden, fordert Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Sie dürften nicht weiter auf die Verbraucher abgewälzt werden.

Der Strompreis für Haushaltskunden hat sich nach Angaben von Verivox von Januar bis Juni um durchschnittlich 3 Prozent erhöht. Umgerechnet auf 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch einer Durchschnittsfamilie stieg der Preis laut Verivox auf knapp 83 Euro im Monat. Weitere Erhöhungen aufgrund steigender Netzentgelte und der EEG-Umlage sind möglich.

Abgabenlast explodiert

Seit dem Jahr 2000 hat sich der Strompreis für den Endverbraucher in etwa verdoppelt. Kritiker sehen den Hauptgrund in der stark gewachsenen Abgabenlast zur Förderung der Energiewende und in den steigenden Netzentgelten für den Ausbau und Erhalt des Stromnetzes. Derzeit entfallen mehr als 55 Prozent des Strompreises auf Steuern und Abgaben. Das entspricht für das Gesamtjahr 2017 voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Netzentgelte. Nur etwa ein Fünftel des Strompreises entfallen auf die Beschaffung und den Stromverkauf.

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