Stadtwerke zwischen Wettbewerb und kommunaler Verantwortung
Leipzig - Das Institut für Öffentliche Finanzen und Public Management der Universität Leipzig hat eine Untersuchung durchgeführt, bei der die deutschen Stadtwerke zu ihrer gegenwärtigen Lage und ihren Zukunftsperspektiven befragt wurden. Obwohl von 835 angeschriebenen Stadtwerken nur 136 geantwortet haben, gewährt die Studie einen Einblick in die Lage, in der sich die Stadtwerke derzeit sehen.
Als größte Herausforderung der Energiemarktliberalisierung seit 1998 wurde das veränderte rechtliche Umfeld genannt, in dem sich die Stadtwerke seither bewegen. Die größte Herausforderung der nächsten fünf Jahre sehen die Versorger allerdings im veränderten Verhalten der Wettbewerber auf dem Markt. Auf diese Situation will nur etwa ein Drittel der Befragten mit einer überregionalen Wachstumsstrategie reagieren. Die meisten Stadtwerke wollen sich auch in Zukunft als Anbieter kommunaler Infrastrukturdienstleistungen in ihrer Region positionieren.
Als die größten Risiken des Marktumfelds sehen die befragten Versorger das rechtliche Umfeld und besonders die Anreizregulierung, gefolgt von Risiken in der Energiebeschaffung und der wachsenden Bereitschaft der Kunden, den Anbieter zu wechseln.
Als wichtigste Auswirkung der Anreizregulierung wurden zusätzliche Berichts- und Dokumentationspflichten sowie erhöhter organisatorischer Aufwand und Kosten genannt. Gleichzeitig gehen nur etwas mehr als zehn Prozent der Befragten davon aus, dass die Anreizregulierung auch wie geplant zu sinkenden Energiepreisen führen wird.
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