RWE wird sein Gasnetz verkaufen
- Stadtwerke-Konsortium will RWE-Gastransportnetz übernehmen
- EU prüft Abgabe des RWE-Gasnetzes
- RWE kann mit Verkauf seines Gasnetzes Kartellbuße entgehen
- Energiekonzern RWE will Gasnetz in Deutschland veräußern
- Zeitung: RWE will trotz Trennung vom deutschen Gasnetz weiter wachsen
- Handelsblatt: RWE im Streit mit EU zur Abgabe des Gasnetzes bereit
- Wettbewerbsverstöße: EU ermittelt gegen E.ON und RWE
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Brüssel - Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE wird sich von seinem rund 4000 Kilometer langen Gasnetz trennen. Die Europäische Kommission beendete ein Verfahren gegen den Essener Versorger wegen möglicher Wettbewerbsverstöße im deutschen Gasmarkt, wie die Behörde am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Der dabei von RWE angebotene Verkauf des Gasnetzes sei von der Behörde akzeptiert worden.
Die Kommission hatte im Mai 2007 Untersuchungen gegen RWE eingeleitet. Vorgeworfen wurde dem Unternehmen, die beherrschende Stellung des Gasübertragungsnetzes missbraucht zu haben, um Wettbewerbern den Zugang zu diesem Netz zu versperren. Im Juni 2008 erklärte sich RWE dann dazu bereit, das Fernleitungsnetz zu verkaufen, um ein langwieriges Verfahren zu vermeiden.
In der Folge hatte die EU-Kommission einen sogenannten Markttest durchgeführt. Betroffene Parteien und Wettbewerber wurden befragt, ob der angebotene Verkauf des Netzes tatsächlich die Bedingungen für freieren Wettbewerb schafft. Dieses Votum sei positiv ausgefallen, hieß es nun in der Mitteilung der Kommission.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte: "Diese äußerst umfassenden Verpflichtungszusagen werden die deutschen Gasmärkte grundlegend verändern und bieten die Aussicht auf mehr Wettbewerb. Ich bin mit dem Verkauf sehr zufrieden." Der Verkaufsprozess soll unter der Aufsicht eines Treuhänders abgewickelt werden. Alle Käufer müssen von der Kommission genehmigt werden.
Damit kann RWE den Verkaufsprozess für das Gasnetz starten. Bei Bekanntgabe der Verkaufsabsicht hatte es im Juni 2008 geheißen, das Netz innerhalb zweier Jahre verkaufen zu wollen. Im Februar hatte sich ein Konsortium von 36 Stadtwerken an dem Netz interessiert gezeigt. Für ein geplantes gemeinsames Angebot sei auch der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie eingeladen worden, hieß es damals.
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