Russland macht ernst: kein Gas mehr für Weißrussland
- 1 | Russland dreht den Gashahn zu
- 2 | Hintergrund: Russisches Erdgas für Deutschland
- Wird Weißrussland der Gashahn zugedreht?
- Moskau setzt Weißrussland Ultimatum für Begleichung der Gasschulden
- Russland und Weißrussland beenden Ölstreit
- Ölstreit zwischen Russland und Weißrussland soll EU nicht betreffen
gesamtes Archiv
Moskau/Hamburg - Im Streit um offene Gasrechnungen hat Russland angefangen, seinem Nachbarn Weißrussland den Gashahn zuzudrehen. Moskau drossele seit Montag 8.00 Uhr MESZ die Lieferungen nach und nach auf maximal 15 Prozent. Dies sagte Gazprom-Chef Alexej Miller nach Angaben der Agentur Interfax. Damit folge man einer entsprechenden Anordnung von Dmitri Medwedew aus dem Kreml.
Durch Weißrussland laufen zwar wichtige Versorgungsleitungen auch für den Westen. Ein Engpass wurde zunächst aber nicht befürchtet. Gazprom hatte angekündigt, notfalls mehr Gas für den Westen über die Ukraine zu pumpen, sollte Weißrussland die Transitpipelines anzapfen.
Anfang 2009 hatte ein ähnlicher Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zu erheblichen Lieferproblemen im Westen geführt. Allerdings haben sich die Beziehungen Moskaus zur Ukraine nach dem Machtwechsel in der Hauptstadt Kiew wesentlich verbessert. Russland wird wiederholt vorgeworfen, seine Ressourcen wie Gas und Öl als politisches Druckmittel einzusetzen.
Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow sagte, wie weit das Unternehmen die Lieferungen senke, hänge von den Verhandlungsfortschritten ab. Miller hatte zuvor von maximal 85 Prozent gesprochen. Moskau will damit den Druck auf Minsk erhöhen, die fälligen 192 Millionen US-Dollar (etwa 155 Millionen Euro) für Gaslieferungen zu begleichen.
Anfang des Jahres hatten Minsk und Moskau einen neuen Liefervertrag für Gas vereinbart, den Weißrussland aus Sicht des mächtigen Nachbarn nicht erfüllt. Der neue Streit gilt auch als politisch motiviert. Der autoritäre weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte den Kreml immer wieder mit politischen Angriffen gereizt.
Weitere Nachrichten vom 21.06.2010
- Gasimporteure reagieren entspannt auf Gasstreit mit Weißrussland
- Kinder wissen über Nettikette gut Bescheid
- Elektroautos: RWE und Nissan beschließen Kooperation
- O2 verabschiedet sich von DSL-Marke Alice
- Trittin: Asse war Pilotprojekt für Endlager Gorleben
- Focus: Weitere Krankenkassen in Finanznöten
- Kabel Deutschland will nach Börsengang große Sprünge machen
- Stromkonzerne ziehen Klage gegen Atomsteuer in Erwägung
- Inflation trifft Rentner härter als andere Bevölkerungsgruppen
- Geldautomatengebühren: Aiger fordert schnelle Preissenkung
- GDF Suez beteiligt sich an Pipeline-Projekt "Nord Stream"
- Warteschleifen bei Hotlines sollen bald nichts mehr kosten
- Abgeltungssteuer: Gericht prüft Abschaffung der Werbungskosten
- Entkopplung des Yuan führt zu sprunghaftem Anstieg der Ölpreise
- Lebensversicherung: Versicherungsschein zählt für Bezugsrecht

Tarifvergleiche für Telekommunikation, Versicherungen und Finanzen an.
Mehr erfahren
