Kommt jetzt der Durchbruch der Wearables?

dpa/tmn | 24.02.2016
Bild: Smartwatch am Handgelenk ©dolgachov/iStock.com

Barcelona - Besitzen Sie schon eine smarte Uhr oder einen Fitnessarmband? Nein? Dann sind Sie nicht allein, denn der Trend der Wearables lässt noch auf sich warten. Verbraucher sind gegenüber der tragbaren Technik noch relativ verhalten. Die Fitnesstracker hingegen kommen so langsam in Fahrt. Im vergangenen Jahr verkauften sich die „Activity Tracker“ etwa eine Million Mal in Deutschland, wie der IT-Verband Bitkom bekannt gab. Damit sind die Fitness-Gadgets eines der meist verkauften Wearables in Deutschland.


Fitness-Armbänder messen wie ein EKG

Solche Fitnesstracker hat zum Beispiel der kanadische Hersteller Mio mit dem Fuse und dem kleineren Slice zum Mobile World Congress (bis 25. Februar) nach Barcelona mitgebracht. Sie sollen so genaue Messungen liefern wie ein EKG und auch gleich ermitteln können, wie anstrengend eine Aktivität für den Träger ist, verspricht Ashley White von Mio. Die Messdaten werden also personalisiert, in einer App gesammelt und für konkrete Trainingsvorschläge ausgewertet.

Neue Smartwatches

Um die Smartwatches ist es indes etwas ruhiger geworden - verschwunden sind sie aber nicht. Am Stand des Schweizer Herstellers MyKronoz gibt es zwei neue Modelle zu sehen: die ZeRound, eine runde Einsteigeruhr, die Fitnessdaten sammelt und für Telefonanrufe genutzt werden kann, sowie das Sportmodell ZeSport mit Pulsmesser und robustem Gehäuse. Auch am Haier-Stand gibt es eine neue Smartwatch zu sehen: Die Chinesen zeigen eine Edelstahluhr in Chronometeroptik. Für 200 Euro gibt es ein rundes Display, Fitnesstrackerfunktionen mit Pulsmessung, smarte Benachrichtigungen und - bei gekoppeltem Telefon - Anrufe über die Uhr.

Telekom und Musiker will.i.am kooperieren

Während bei den Fitnessarmbändern und den Smartwatches nur wenige neue Funktionen hinzugekommen sind, trägt Popstar will.i.am zusammen mit der Telekom dick auf. Ihr Wearable namens Dial soll mehr sein als nur eine Smartwatch: Der Handgelenkcomputer soll komplett unabhängig vom Smartphone funktionieren, kostenpflichtige Internetverbindung inklusive. Gesteuert wird das recht große Dial größtenteils über Stimmkommandos, wie "Black Eyed Peas"-Musiker will.i.am in Barcelona vorführte. Dabei müssen sich Nutzer keine Kommandos merken, sondern können relativ frei heraus mit dem Gerät sprechen. Was genau Dial außer Musik abspielen, Anrufen, Fitnesstracking und Fotos machen noch so alles beherrscht, blieb zunächst im Dunkeln. Das Band soll aber noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Steuerung via Armband – auch im Notfall

Eine Idee zum Einsatz smarter Technik im Alltag kommt vom chinesischen Hersteller Eachpal. Ihr vom dänischen Designbüro Jacob Jensen Design entworfenes Halo-Armband kann im Notfall Helfer alarmieren. Dazu wird bei Auslösen der Alarmgeste - dreimaliges Schütteln oder Antippen des Armbandes - eine Notfall-SMS an vorher eingestellte Kontakte gesandt. Auch andere Nutzer der Plattform können so über den eigenen Standort informiert werden. Das gekoppelte Smartphone zeichnet außerdem in den zehn Sekunden nach dem Alarm den Umgebungston auf und überträgt ihn. Den Polizeinotruf erreicht man so allerdings nicht. Außerdem kann man mit dem wie ein Schmuck-Armreif wirkenden Gerät Smartphonefunktionen per Gesten steuern.

Display für Sonnenbrillen

Am Messestand von Garmin gibt es neben den bekannten Sportuhren und GPS-Geräten vor allem an einer Stelle großen Andrang: Varia Vision heißt das kleine Display, das an Sonnenbrillen angebracht wird. Verbunden mit einem kompatiblen Gerät, spiegelt das Display Daten wie Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke oder die Pulsfrequenz ein. Der Blick nach oben rechts ist ähnlich wie bei Googles erster Datenbrille Glass allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

Epson zeigt Projektionsbrille

Bei Epson - sonst eher für Drucker bekannt - ist man da schon weiter. Das Moverio BT-300 ist ein Kleincomputer mit angeschlossener Projektionsbrille. Zwei kleine OLED-Displays an den Seiten der Brille projizieren ein Bild in HD-Auflösung (1280 zu 720 Pixeln) direkt ins Sichtfeld des Trägers.

Neben eher banalen Anwendungen wie dem Ansehen von Filmen sind im Privatkundenbereich vor allem Drohnenpiloten die Zielgruppe der rund 800 Euro teuren Epson-Brille. Sie können von entsprechend ausgerüsteten Fluggeräten live das Videobild und weitere Daten wie Geschwindigkeit oder Höhe übertragen. Andere Anwendungsbereiche sind Museen, der Einzelhandel oder die Ausbildung; Volkswagen etwa benutzt laut Epson einen Vorgänger der Brille zur Schulung von Monteuren.



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