Klimaforscher hält Verbot von Glühbirnen für "Unfug"
AFP | 23.02.2007
Berlin (AFP) - Der Potsdamer Klimaforscher Ottmar Edenhofer hat sich gegen das von vielen Politikern geforderte Verbot von Glühbirnen ausgesprochen. "Glühbirnen zu verbieten ist völliger Unfug", sagte Edenhofer der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). Die Politik dürfe nicht in "Aktionismus" verfallen. Stattdessen müsse in "die effizientesten Klimaschutzoptionen" investiert werden, forderte Edenhofer. Ob für ein Umsteuern in der Klimapolitik 15 oder 20 Jahre blieben, sei nicht die entscheidende Frage: "Entscheidend ist die zeitliche Größenordnung einer aktiven globalen Klimapolitik."
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In Schwellenländern wie etwa Indien würden mit dem Bau neuer Kraftwerke die Weichen für künftige Emissionsvolumen gestellt, sagte Edenhofer weiter. "Daher muss heute klar definiert werden, wie die Emissionen von Treibhausgasen in Zukunft begrenzt werden." Edenhofer wies darauf hin, dass sich der weltweite Energieverbrauch in Zukunft vervierfachen oder sogar verfünffachen werde. "Eine Klima- und Energiepolitik, die dieser Entwicklung nicht Rechnung trägt, ist zum Scheitern verurteilt." Ziel müsse es sein, die Treibhausgas-Emissionen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln.
Edenhofer ist Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und zugleich Autor des Klimaberichts des Weltklimarats IPCC, der Anfang des Monats einen Temperaturanstieg von bis zu 6,4 Grad bis zum Jahrhundertende vorausgesagt hatte.
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