IPTV: Sky bietet der Konkurrenz Bundesliga-Bündnis an
Frankfurt - Die Rechte für Sportübertragungen und insbesondere Fußball-Bundesligaspiele sind sehr teuer und trotzdem heiß begehrt. Der Pay-TV-Sender Sky bietet Telefon- und Kabelnetzbetreibern nun ein Bündnis für die Übertragung im Internet, sogenanntes IPTV, an.
Sky wolle die TV-Plattformen von Telefonkonzernen und Kabelbetreibern mit Inhalten beliefern, darunter auch Liveübertragungen der Bundesliga, sagte Sky-Chef Brian Sullivan der "Financial Times Deutschland". "Jeder, der an den Rechten interessiert ist, hat Optionen: Man kann sich wie wir selbst um die Rechte bewerben und das gleiche Risiko tragen oder mit uns zusammen arbeiten."
250 Millionen Euro pro Saison
Dem Bericht zufolge versucht Sullivan, ein Wettbieten zwischen Sky und Telekom zu verhindern. Beide streben nach den Liverechtepaketen für klassisches Bezahlfernsehen, mobiles Internet und Pay-TV über Internetkabel, sogenanntes IPTV. Derzeit zahlt Sky für die Rechte pro Saison im Schnitt 250 Millionen Euro, die Telekom rund 25 Millionen Euro. Es gilt als wahrscheinlich, dass die nun ausgeschrieben Rechte für 2013 bis 2017 deutlich kostspieliger werden.
"Wenn man als Full-Service-Anbieter nur ein Produkt hat, kann es so stark sein wie die Bundesliga, das Geschäftsmodell wird nicht funktionieren", sagte Sullivan. Um Erfolg zu haben, müsse Pay-TV alle Mitglieder eines Haushalts ansprechen - nicht nur Fußballfans. Sky und Telekom unterscheiden sich bislang vor allem durch den Umfang ihrer Sportangebots. Sky zeigt diverse Fußballwettbewerbe, Tennis und Formel 1. Die Telekom überträgt nur die Bundesliga und hat dafür bislang nur rund 150.000 Abonnenten gewonnen.
Interesse von Telekom und Vodafone
"Gemeinsam mit Sky können sie alle unsere Inhalte vermarkten, und wir reden hier nicht nur über die Bundesliga", sagte Sullivan. "Sie bieten es ihren Kunden an und teilen sich mit uns die Einnahmen. Das ist ein verdammt gutes Geschäftsmodell für sie." Die Telekom hat in den vergangenen Wochen mit dem Unternehmen aus München über die Übernahme von Inhalten verhandelt. Angesichts des Gerangels um die Bundesligarechte ruhen die Gespräche derzeit.
Auch der Konkurrent Vodafone konnte sich bislang nicht mit Sky einigen, dabei ist Vodafones Fernsehbox sogar bereits mit einem Schacht für einen notwendigen Sky-Chip ausgerüstet. Vodafone hat nur Interesse an einem separaten Sportpaket. Das will das Medienunternehmen bislang nicht einzeln weiterverkaufen. Bis Ende April entscheidet der Fußballligaverband, wer künftig die Bundesliga zeigt. Ein Zuschlag gilt für Sky als überlebenswichtig.
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