Französischer Bürgermeister schließt Schule wegen Mobilfunkstrahlung
Lille - Der Bürgermeister der französischen Kleinstadt Château-Thierry, Jacques Krabal, ließ eine Vorschule vorläufig wegen möglicher Mobilfunkstrahlung schließen. Er befürchtete Gesundheitsgefahren durch eine Mobilfunkantenne. Jacques Krabal sagte, er habe die 180 Kinder der Schule damit vor einer möglichen Gefahr durch Mobilfunkstrahlung schützen wollen. Die Genehmigung zur Aufstellung der Antenne war dem Mobilfunkbetreiber Orange zwar von der Verwaltung des Ortes östlich von Paris erteilt worden, allerdings in einer Entfernung von rund hundert Metern. Das Mobilfunkunternehmen habe sich aber nicht daran gehalten, sondern diese in nur 68 Metern Abstand installiert. Orange weigere sich zudem, das zu ändern.
"Manchmal muss man auf den Tisch hauen, um sich Gehör zu verschaffen", sagte Krabal von der Mitte-Links-Partei PRG. Empfehlungen der EU sähen vor, dass zwischen Mobilfunkantennen und Vorschulen sowie Kindergärten mindestens hundert Meter Abstand liegen sollten. Orange wies dies zurück. Weder in Frankreich noch Europa gebe es derartige Bestimmungen, sagte ein Unternehmenssprecher. Zudem habe eine Studie der Weltgesundheitsorganisation keine wissenschaftlichen Belege zur schädlichen Wirkung von Mobilfunkstrahlung gefunden.
In Frankreich tagt bis Ende Mai auf Einladung der Regierung ein runder Tisch zur Strahlung von Mobilfunk- und Drahtlosnetzen. Kritiker forderten dabei eine Aussetzung der Aufstellung neuer Antennen, bis verlässliche Studien zur möglichen Schädlichkeit vorliegen.
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