Folgen des Klimawandels: extremes Wetter und Landflucht

dpa | 15.11.2011
Bild: Tropische Insel mit Thermometer


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Berlin - Ende November findet der UN-Klimagipfel in Durban statt. Am 18. November stellt der Weltklimarat IPCC hierzu einen "Sonderbericht Extremwetter" vor. Darin wird deutlich, welche Folgen der Klimawandel auf bisherige Wettermuster haben könnte.


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Mit dem Klimawandel könnten sich weltweit wichtige Wettermuster verschieben, wenn nichts dagegen getan werde, sagte der Kieler Klimaforscher Mojib Latif in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Die armen Länder trifft es besonders."

Hitzewellen in Südeuropa

Zugrunde gelegt werde eine Erwärmung der globalen Durchschnittstemperatur um vier bis fünf Grad bis 2100. Da sich das Land stärker aufheize als das Meer, könnten es dort dann mehr als sechs Grad sein. In Afrika werde es bei einem solchen Temperatursprung häufiger verheerende Dürren geben, in Süd- und Südostasien mehr zerstörerische Regenstürme, sagte der Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel (IFM-Geomar). Insgesamt berge der Bericht zwar keine großen Überraschungen, einzelne Bereiche seien nun aber detaillierter dargestellt.

Der Bericht weise auch darauf hin, dass in Südeuropa das Risiko für Hitzewellen zunehme. "Im Süden und Osten Deutschlands könnten die Temperaturen im schlimmsten Fall fast 50 Grad erreichen", sagte Latif. Im Norden stiegen die Temperaturen oftmals auf weit über 30 Grad Celsius, zudem seien dort mehr heftige Gewitter und Tornados zu erwarten. "Und im Mittelmeer kann es zu Wirbelstürmen kommen, wie man sie dort bisher noch nicht kennt, ähnlich denen in der Karibik."

Riesige finanzielle Folgen

Die finanziellen Folgen solcher Extremwetterereignisse seien riesig, schon für ein einzelnes könnten sie Milliarden von Euro erreichen, sagte Latif. "Was hat schon die Elbeflut gekostet, was die Oderflut?" Beispiele wie die Flut in Pakistan zeigten, dass es viele Jahre dauern könne, bis sich ein Land davon erholt habe.

Ein weiteres Problem sei die drohende Landflucht, etwa in Bangladesch. "Die Malediven sehen sich jetzt schon nach Alternativen um", sagte Latif. "Unvorstellbar, dass wir es so weit kommen lassen, dass so etwas real wird." Auch die weltweite CO2-Bilanz für 2010 sei wieder erschreckend, es habe sogar den stärksten Zuwachs gegeben, seit die Zahlen erhoben werden. "Es ist verrückt: Es passiert genau das Gegenteil von dem, was hätte passieren müssen." 



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