Erster Zeuge im Asse-Ausschuss vernommen

dpa
Bild: Behälter für Atommüll


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Hannover - In Hannover hat der Untersuchungsausschuss des Niedersächsischen Landtags zum einsturzgefährdeten Atommülllager Asse am Donnerstag die ersten Zeugen vernommen. Nach deren Aussagen wurde die Asse als eine sichere Möglichkeit zur Endlagerung radioaktiver Stoffe bezeichnet. Der 82 Jahre alte Strahlenschutz-Mediziner, Karl Niklas, sagte, dass er keine Kenntnisse von Unfällen und einer unzulässig hohen Strahlenbelastung habe. Vor etwa 40 Jahren war er leitender Mitarbeiter in der Gesellschaft für Strahlenforschung, dem früheren Betreiber der Schachtanlage Asse.


Inzwischen ist laut Bundesumweltministerium aber klar, dass das Salzbergwerk Asse nie als Lagerstätte für Atommüll hätte genutzt werden dürfen. Die Schachtanlage ist marode und wegen des Wassereinbruchs von zwölf Kubikmetern täglich instabil. Von 1967 bis 1978 wurden dort nach bisherigen Erkenntnissen 126 000 Fässer mit schwach und mittelschwer radioaktiv belastetem Müll gelagert. Der jetzige Asse-Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz, spricht von einem der größten Umweltprobleme in Deutschland. Lange Zeit galt die Asse als bloßes Forschungsbergwerk. Seit längerem ist aber nach Aussagen von Experten, darunter dem Bundesamt für Strahlenschutz, klar, dass die Grube als Endlager zur dauerhaften Entsorgung der radioaktiven Stoffe geplant war.

Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel sagte, er habe bei der Zeugenvernehmung keine neuen Erkenntnisse gewonnen. Es sei noch nicht einmal klar geworden, für welche Aufgaben der Mediziner genau zuständig war. Tatsächlich wurde im Ausschuss nur schwer deutlich, welche Verantwortung der Zeuge für den Strahlenschutz trug. Der FDP-Abgeordnete Christian Dürr sagte nach der Befragung: "Das ist ein Steinchen in dem ganzen Mosaik. Wir werden noch viele Zeugen hören müssen." Der Untersuchungsausschuss soll die Missstände in der Asse aufklären und muss sich mit Jahrzehnte alten Vorgängen beschäftigen.



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