EPR-Atomstrom kommt teurer als gedacht

Paris - Der Atomstrom aus dem geplanten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) in Flamanville (Nordfrankreich) kommt deutlich teurer als erwartet. Die Megawattstunde werde 55 Euro kosten und nicht 46 Euro, wie noch vor zwei Jahren berechnet, berichtet die Pariser Wirtschaftszeitung "Les Echos" (Mittwoch). Damit verschwinde der Kostenvorteil vor Strom aus Gas oder Kohle. Der Betreiber EDF wolle dies am Donnerstag in London Finanzinvestoren mitteilen.

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Bild: Atomzeichen Text: dpa

Der Reaktor am Ärmelkanal soll als zweiter EPR weltweit 2012 ans Netz gehen. Die ursprünglich mit 3,3 Milliarden Euro bezifferten Baukosten werden jetzt auf mehr als vier Milliarden geschätzt. Der EPR soll das Rückgrat der französischen Stromwirtschaft und ein Exportschlager werden. Der erste EPR soll in Olkiluoto in Finnland mit zwei Jahren Verspätung 2011 ans Netz gehen. Dort sind die Baukosten von drei Milliarden auf 4,5 Milliarden Euro hochgeschnellt.

Der deutsche Stromerzeuger E.ON rechnet laut "Les Echos" mit fünf bis sechs Milliarden Euro Kosten für einen EPR, solange der Bau nicht dank Serienfertigung billiger wird. Strom aus den alten EDF-Kraftwerken kostet um die 37 Euro je Megawattstunde. Die Verlängerung der Betriebsdauer der Reaktoren treibt aber die Kosten. EDF nennt neben dem Preis auch den CO2-freien Betrieb als Vorteil des Atomstroms. Kritiker verweisen auf Sicherheitsrisiken und das ungelöste Entsorgungsproblem.

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