Einlagerungskammer im Bergwerk Asse beschädigt
Wolfenbüttel (ddp). Im niedersächsischen Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel ist nach Angaben des neuen Betreibers eine Einlagerungskammer beschädigt. In dem Hohlraum in 750 Metern Tiefe gebe es Schäden, "durch die sich künftig Teile der Decke lösen und auf in der Kammer lagernde schwachradioaktive Abfälle stürzen könnten", sagte ein Sprecher des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) am Donnerstag. Die Behörde beabsichtige deshalb, den Verschluss der Kammer "kurzfristig und vorsorglich" mit Beton zu verstärken. Die Schäden in der Kammer wurden dem BfS zufolge bei Messungen Ende 2008 festgestellt.
Weitergehende sofortige "Gefahrenabwehrmaßnahmen" hielten das BfS und die Aufsichtsbehörden derzeit allerdings nicht für notwendig, hieß es. Dennoch würden solche Maßnahmen vorsorglich geprüft, um im Falle eines "nicht auszuschließenden" Deckenabsturzes die Ausbreitung radioaktiv belasteter Stäube in das Grubengebäude und in die Abluft zu verhindern.
Mittel- und langfristig will das Bundesamt die beschädigte Kammer so stabilisieren, dass ein Einstürzen bis zur endgültigen Schließung der Asse ausgeschlossen werden kann. Denkbar sei beispielsweise die Verfüllung des Hohlraumes. Dabei verfolge das Bundesamt das Ziel, keine der möglichen Optionen für die Stilllegung des Bergwerks Asse zu beeinträchtigen, sagte der Sprecher. Als mögliche Variante für eine Schließung ist auch die Bergung der radioaktiven Abfälle oder eines Teils davon im Gespräch.
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