EDF will wieder im deutschen Energiemarkt investieren
Düsseldorf - Das französische Energieunternehmen Electricité de France (EDF) will nach dem Ausstieg bei der Energie Baden-Württemberg (EnBW) erneut im deutschen Markt investieren. "Deutschland ist der größte Energiemarkt in Europa. Hier müssen wir präsent sein - und wir werden bald wieder eine Rolle spielen." Das kündigte der für Deutschland zuständige Vorstand Pierre Lederer im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) an.
"Wir wollen Großkunden beliefern und könnten uns an Kraftwerken oder Projekten für erneuerbare Energien beteiligen", sagte Lederer weiter. "Wir werden uns in Deutschland aber auch nach Möglichkeiten umschauen, zuzukaufen." EDF wolle aber nicht jeden Preis bezahlen. Der deutsche Energiemarkt sei im Umbruch, es werde sicherlich einiges auf den Markt kommen, erwartet Lederer. "Und Stadtwerke suchen regelmäßig nach Partnern." Nach dem Verkauf des EnBW-Anteils an das Land Baden-Württemberg ist der französische Branchenriese in Deutschland nur noch im Großhandel und mit einer Beteiligung an einem Gasspeicher vertreten.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte am 6. Dezember 2010 überraschend bekanntgegeben, dass das Land Baden-Württemberg 45 Prozent der Anteile des Energieversorgers EnBW zum Preis von 4,7 Milliarden Euro zurückkaufen wolle. Die Mehrheit aus CDU und FDP stimmte dem Rückkauf im Landtag zu, der vorab nicht über den geplanten Deal informiert worden war. Die Opposition plant eine Klage dagegen.
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