Cyber-Abwehrzentrum soll Infrastrukturen vor Hackern schützen
München - Krankenhäuser, Energieversorger, Flughäfen - nach Einschätzung von Experten wäre es für Hacker derzeit ein leichtes, die Infrastrukturen von Bund und Ländern lahm zu legen. Ein neues Cyber-Abwehrzentrum soll besseren Schutz bieten.
"Das technische Know-how krimineller Hacker wächst schneller als wir darauf reagieren können", sagte der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Christoph Unger, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Es sei ein "Hase-und-Igel-Spiel". Besonders gefährdet ist demnach die Infrastruktur etwa von Krankenhäusern, Energieversorgern oder Flughäfen.
Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum nannte der BBK-Chef einen ersten Schritt, aber "längst nicht ausreichend". Unter Umständen seien zu einem besseren Schutz "auch Gesetzesänderungen nötig". Mit der in dieser Woche stattfindenden Krisenmanagement-Übung "LÜKEX" will der Bund die IT-Sicherheit verbessern.
Das Cyber-Abwehrzentrum in Bonn soll bedrohliche Angriffe auf sensible Infrastrukturen möglichst schon im Keim ersticken und wurde als gemeinsame Plattform zum schnellen Informationsaustausch und zur besseren Koordinierung von Abwehrmaßnahmen errichtet. Unter Federführung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und Beteiligung des Bundesamtes für Verfassungsschutz sowie des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nahm das Cyber-Abwehrzentrum im April seine Arbeit auf. Seit Juni sind auch Bundeskriminalamt, Bundespolizei, Zollkriminalamt, Bundesnachrichtendienst und Bundeswehr als assoziierte Behörden mit beteiligt.
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