Schimmel vermeiden: Richtiges Heizen und Lüften

dpa/tmn, dapd
Bild: Rauchender Kamin

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Schimmel in der Wohnung ist eine häufige Begleiterscheinung des feuchten Wetters im Herbst. Ebenso können zu wenig Lüften oder zu sparsames Heizen im Winter sowie undichte Fenster oder Dächer die Ursache dafür sein, wie die Initiative Hessische Energiespar-Aktion in Darmstadt erklärt. Mehrmaliges Stoßlüften von 10 bis 15 Minuten sei die beste Methode, Schimmel zu vermeiden. Ausreichendes Heizen aller Räume beuge ebenso vor. Auch eine nachträgliche Dämmung der Außenwände helfe - dadurch kühle die Gebäudehülle weniger aus.

Schimmel mag Temperaturunterschiede

Warme Luft nimmt Feuchtigkeit auf wie ein unsichtbarer Schwamm. Auch wenig genutzte Räume, wie das Schlafzimmer oder die Abstellkammer müssen deshalb ebenfalls beheizt werden, so dass die Raumtemperatur in allen Zimmern niemals weniger als 19 Grad Celsius beträgt. Der Sättigungsgrad der Luft kann dabei mit einem Hydrometer gemessen werden – ein Wert zwischen 40 und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit ist ideal.

Wer Räume unterschiedlich warm beheizt, sollte die Verbindungstüren zwischen den Zimmern stets geschlossen halten. Bei geöffneten Türen besteht ansonsten die Gefahr, dass sich die wärmere Luft der stärker geheizten Räume an den Wänden der weniger warmen Zimmer niederschlägt und so einen Nährboden für Schimmel schafft.

Lüften, Lüften, Lüften

In Neubauten sei Schimmel seltener - meist entsteht er durch zu wenig Lüftung, erläutert die Initiative. In Altbauten sind oft bauliche Schwächen im Wärmeschutz und undichte Stellen die Ursache. Schimmelsporen finden sich unsichtbar in der Umgebung, aber erst bei Feuchtigkeit beginnt der Schimmel zu wachsen. Ideale Nährböden sind Tapetenkleister, Papier und andere organische Materialien.

Bis zu 15 Liter Wasser werden in einem Vier-Personen-Haushalt pro Tag als Wasserdampf abgegeben: durch Atmen und Schwitzen, sowie Kochen oder Wäsche trocknen. Dieser Wasserdampf muss durch Lüften beseitigt werden. Im Herbst ist die Außenluft jedoch feucht. Deshalb muss öfter gelüftet werden als im kalten Winter. Sonst kann sich die Nässe an den auskühlenden Wänden, Decken oder in Ecken und an Kanten als feuchter Film niederschlagen.

Stoßlüften und nicht auf Kipp stellen

Auch wenn der Lufstoß kalt und ungemütlich ist, sollten alle Fenster zum Lüften ganz geöffnet werden. Um so größer der Temperaturunterschied, desto stärker der Austausch der Luft. Es reicht aus, fünf bis zehn Minuten durchzulüften, um die feuchte Luft aus der Wohnung durch trockene Luft von außen auszutauschen. Längeres Lüften oder gar das ständige Ankippen von Fenstern führt dagegen nur zum Auskühlen der Wände, deren erneutes Aufheizen dann unnötig Energie kostet.

Gegen Feuchtigkeit vorgehen

Um Schimmel zu vermeiden, sollte möglichst wenig Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben werden. Zu den größten Sünden gehört das Aufhängen nasser Wäsche in der Wohnung. Die Bewohner sollten auch vorhandene Abluftanlagen über dem Herd und im Bad regelmäßig nutzen. Sehr wirkungsvoll sei es auch, Feuchtigkeit, Kondens- oder Spritzwasser auf Fliesen oder an der Duschkabine mit einem Abzieher abzustreifen und mit einem Tuch aufzuwischen, das anschließend draußen zum Trocknen aufgehängt wird.

Wasserdampf gezielt auslüften

Größere Wasserdampfmengen, die zum Beispiel beim Baden, Duschen oder Kochen entstehen, sollten sofort gezielt weggelüftet werden. Hierzu am besten die Fenster der jeweiligen Räume öffnen, die Türen jedoch schließen, damit sich der Wasserdampf nicht in der Wohnung ausbreiten kann.

Für Belüftung der Wände sorgen

Da sich Schimmel bevorzugt an schlecht belüfteten Außenwandflächen bildet, z. B. hinter Schränken und Bildern, sollte der Kleiderschrank möglichst nicht an der Außenwand und alle übrigen Möbel mit einem Abstand von 5 bis 10 Zentimetern vor der Wand stehen. So ist ausreichend Platz für die Belüftung der Wand vorhanden. Bei Bildern kann man mit durchgeschnittenen Korken für einen ausreichenden Wandabstand sorgen. Wichtig ist auch, dass die Luft unter den Möbeln hindurch an die Wand gelangen und zirkulieren kann.

Schimmel entfernen

Solange der Schimmel noch auf Wand, Tapete oder Kachel sitzt, kann er mit wenig Aufwand gezielt bekämpft werden - zum Beispiel mit Alkohol, Spiritus oder Isopropanol. Tiefer sitzende, schon abgetötete Schimmelpilze in Fugen können mit Dampfreinigern beseitigt werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann hochprozentiger Alkohol oder ein Chlorreiniger dem Schimmel zu Leibe rücken. Wichtig ist aber, die Ursache des Schimmels zu bekämpfen.

Warum muss der Schimmel weg?

Schimmelpilze erzeugen schlechte Gerüche, können zu Schäden am Putz führen und schaden der Gesundheit. Die Pilzsporen werden über die Atemwege oder die Haut aufgenommen. Bei einigen Schimmelpilzen wird vermutet, dass sie Lungenerkrankungen und Allergien hervorrufen.



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