Russland will Atomkraftwerke in Indien bauen
Putin sagte am Donnerstag: "Wir sind bereit, bei der Brennstoff- und Energiekooperation zu neuen Horizonten aufzubrechen." Singh betonte: "Energiesicherheit ist die wichtigste der sich abzeichnenden Dimensionen unserer strategischen Partnerschaft." In einer gemeinsamen Erklärung verpflichtet sich Indien, auch künftig von Russland errichtete Atomkraftwerke und gelieferten Nuklearbrennstoff unter IAEO-Kontrolle zu stellen. Russland baut in Kudankulam im Bundesstaat Tamil Nadu derzeit zwei Atomkraftwerke. Das Abkommen über den Bau stammt noch aus der Zeit vor dem Boykott.
Wegen des starken Wirtschaftswachstums plant Indien einen drastischen Ausbau seiner Atomkraft-Kapazitäten. Derzeit produzieren die 16 meist kleinen indischen Reaktoren 3900 Megawatt Strom oder knapp vier Prozent des Energiebedarfs. Bis zum Jahr 2020 soll die Kapazität auf 30 000 Megawatt gesteigert werden. Singh sagte, Indien wisse die russische Unterstützung für ein Ende des Nuklearboykotts und einen Ausbau der Kapazitäten zu schätzen.
Singh nannte Putins Besuch am Donnerstag einen Meilenstein im russisch-indischen Verhältnis. Putin ist am Freitag Ehrengast bei den Feierlichkeiten und der Militärparade zum Tag der Republik in Neu Delhi. Er reist anschließend nach Moskau zurück. Bereits vor Putins Ankunft am Donnerstag hatten Indien und Russland den gemeinsamen Bau eines Militär-Transportflugzeugs beschlossen. Beide Länder planen außerdem die Entwicklung eines Jagdflugzeugs. Russland ist Indiens wichtigster Lieferant von Rüstungsgütern.
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