Merkel appelliert: Bürger sollen Netzausbau nicht im Weg stehen
Berlin - Kurz vor dem Ende der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an die Bundesbürger appelliert, dem deutschen Stromnetz-Ausbau nicht im Wege zu stehen. Sie rufe alle Bürger auf, sich dem "nicht zu verweigern", so die CDU-Vorsitzende in ihrem am Wochenende veröffentlichten neuen Video-Podcast.
Beim Umstieg in das Zeitalter der erneuerbaren Energie sei es wichtig, dass der Strom auch wirklich dort ankomme, wo er gebraucht werde. "Man kann nicht sagen 'Ich möchte das Zeitalter der erneuerbaren Energien erreichen' und an jedem konkreten Projekt dann bei einer Bürgerinitiative mitmachen. Darüber werden wir in Zukunft auch noch viel sprechen müssen bei uns im Land", sagte Merkel.
Bis 2020 müssen laut Deutscher Energie-Agentur (dena) zwischen 1.500 und 3.600 Kilometer Höchstspannungsleitungen neu gebaut werden - nicht vom Staat, sondern von den Netzbetreibern. Die Kosten lassen sich noch nicht verbindlich abschätzen, sie werden aber letztlich in den Strompreis einfließen.
Der Weltklimakonferenz räumt Merkel kaum Erfolgsaussichten ein. "Wir wissen, dass die Schwellenländer zurzeit nicht bereit sind, bindende Reduktionsverpflichtungen im Bereich der CO2-Emission einzugehen", sagte sie. Europa werde weiter bindende Verpflichtungen haben, könne aber das Klimaproblem der Welt nicht allein lösen. "Deshalb geht es jetzt in Durban vor allen Dingen auch darum, den Ländern, die am stärksten betroffen sind, die mehr für Klimaschutz machen müssen, eine schnelle Finanzierung bestimmter Projekte zu ermöglichen."
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