Heizkosten 2015: Keine Entlastung bei Gasheizung

Verivox | 29.01.2016
Bild: Ölleitungen mit Arbeiter ©Buchatska/iStock.com

Heidelberg - Deutsche Haushalte mussten in den Wintermonaten 2015 rund 3 Prozent mehr Heizenergie aufwenden als im Vorjahr. Das hat eine Analyse des unabhängigen Verbraucherportals Verivox ergeben. Da der Gaspreis im Jahresverlauf kaum gesunken ist, bleibt die Gasheizung so teuer wie im Vorjahr. Der Ölpreis-Crash führt dazu, dass das Heizen mit Öl erstmals seit Jahren wieder günstiger war als das Heizen mit Erdgas.


Öl erstmals wieder günstiger als Gas

Dank der milden Temperaturen zum Ende des Jahres ist der Heizbedarf eines Musterhaushalts im Jahr 2015 nur leicht gestiegen. Auf Jahressicht erhöhte sich der Verbrauch geringfügig um rund 3 Prozent. Gleichbedeutend mit steigenden Kosten ist das aber nicht. Während sich das Heizen mit Gas unter dem Strich um 1 Prozent verteuerte, ist das Heizen mit Öl trotz Mehrverbrauch im Schnitt um 22 Prozent günstiger geworden.

Ein Musterhaushalt mit Gasheizung zahlt für die Heizperiode 2015 (Januar bis März und Oktober bis Dezember) durchschnittlich 958 Euro. Bei Heizöl liegen die Kosten bei durchschnittlich 834 Euro. Im Gegensatz zu den Vorjahren ist die Ölheizung um 13 Prozent günstiger als das Heizen mit Gas.

Uneinheitliche Kostenentwicklung bei Öl und Gas

Ursache für diese Trendwende ist der starke Ölpreisverfall. Die für Europa wichtigste Rohölsorte Brent hat seit Mitte 2014 bis heute um über 70 Prozent nachgegeben. Während Heizöl dieser Entwicklung tendenziell folgte, sank der Gaspreis im gleichen Zeitraum nur leicht. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Gas stand im Juni 2014 bei 6,51 Cent/kWh, aktuell liegt er bei 6,25 Cent/kWh. Das entspricht einem Rückgang von 4 Prozent.

Vollständig ausgeliefert sind die Gaskunden den hohen Preisen jedoch nicht. Durch den zunehmenden Wettbewerb können Verbraucher an ihrem Wohnort mittlerweile zwischen mehr als 100 Anbietern wählen. Die Preisunterschiede zwischen den teuersten und den günstigsten Angeboten summieren sich für eine Familie je nach individuellem Verbrauch auf mehr als 600 Euro im Jahr.

Methodik

Für die Berechnung der Temperaturunterschiede wurden Gradtagszahlen des Deutschen Wetterdienstes für die Monate Januar bis März und Oktober bis Dezember herangezogen. Die Gaspreise entsprechen dem Verivox-Verbraucherpreisindex Gas. Die Heizölpreise wurden vom Statistischen Bundesamt übernommen. Der Musterhaushalt entspricht einer drei- bis vierköpfigen Familie in einem freistehenden Einfamilienhaus.



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