Atomenergie wird zum Wahlkampfthema in Frankreich

dpa | 24.02.2012
Bild: Atomkraftwerk
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Straßburg - Das Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim ist nicht nur steinalt, sondern auch sehr pannenanfällig. Doch anstatt den Meiler abzuschalten, soll er nach Ansicht von Präsident Sarkozy noch viele Jahre weiter am Netz bleiben. Damit ist das Thema Atomkraft auch im französischen Wahlkampf angekommen.


Das Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass dicht an der Grenze zu Deutschland wird gegen Erdbeben gerüstet. Die Planungen für eine stärkere Betonplatte unter dem Reaktorblock Eins laufen auf Hochtouren. Bis Juni 2013, so die Forderung der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN, soll das 1,5 Meter dicke Betonfundament um etwa einen halben Meter verstärkt werden. Diese Nachbesserung zum Schutz vor Erdbeben hat die ASN als Bedingung für den Weiterbetrieb des ältesten französischen AKW gesetzt.

Verstärkt werde die Stabilität, weil die zusätzliche Betonschicht über eine Fläche von 80 Quadratmetern verteilt werde, hieß es nach Angaben der Kraftwerksleitung. Kosten soll die Zusatzschicht etwa 15 Millionen Euro pro Reaktor. Bei Reaktor Zwei läuft im Moment noch eine Inspektion.

Sozialisten fordern Stilllegung

Die jahrelangen Forderungen von Politikern und Atomkraftgegnern aus dem Dreiländereck, die Anlage nach mehr als 35 Jahren Betrieb endlich vom Netz zu nehmen, sind bei den französischen Behörden bisher auf taube Ohren gestoßen. Zu alt, zu pannenanfällig, zu gefährlich im Erdbebengebiet Rheingraben - so die gebetsmühlenartig wiederholten Argumente der Atomkritiker aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Im französischen Präsidentenwahlkampf hat der sozialistische Kandidat François Hollande sich des Themas angenommen. Sein Bündnis mit den Grünen bedeutet, dass Fessenheim geschlossen wird, falls er die Wahl im Mai gewinnen sollte. Ein Atomausstieg wie in Deutschland liegt Hollande allerdings fern. Er spricht von einer schrittweisen Verringerung der Kernkraft.

Frankreich ist eine Atommacht

Die Nuklearindustrie ist ein wichtiger Industriezweig in dem Land mit 58 Reaktoren, die 75 Prozent des benötigten Stroms produzieren. Alternative Energien will Hollande zwar stärker fördern, als Nicolas Sarkozy es bisher zu erkennen gegeben hat. Doch auch Hollande ist vorsichtig. Die Anti-Atom-Bewegung war in Frankreich noch nie so stark wie in Deutschland. Das hängt auch mit der Verteidigungsfähigkeit der Atommacht Frankreich ("force de frappe") zusammen.

Der amtierende Präsident Sarkozy hat sich kürzlich bei einem Blitzbesuch in Fessenheim wirkungsvoll in Szene gesetzt. Er präsentierte sich als Vater der Nation, der auf der Seite der Kraftwerks-Angestellten steht, und er ließ keinen Zweifel, dass Fessenheim weiter am Netz bleiben werde. Bilder jubelnder Mitarbeiter, die ihre 700 Arbeitsplätze mindestens für die nächsten zehn Jahre gesichert sehen, sind wichtige Wahlkampf-Argumente in diesen wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

Merkel soll auf Sarkozy einwirken

Baden-württembergische Politiker haben mehrfach an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, auf Sarkozy einzuwirken und ihn umzustimmen. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist der Meinung, dass Fessenheim so schnell wie möglich abgeschaltet werden sollte.

Doch Sarkozy warnt seit Monaten vor dramatischen Konsequenzen in Frankreich, falls die Atomkraftwerke abgeschaltet würden: 240 000 Arbeitsplätze hingen davon ab, der Strompreis würde sich verdoppeln. Ein Ausstieg wäre für den Präsidenten "rein ideologisch" motiviert.



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