Niemand wird bei dem Gedanken an einen Zahnarztbesuch sonderlich glücklich sein. Auch wenn es nur um die reine Vorsorgeuntersuchung geht, unangenehm ist das Gepikse im Mund schon. Nun macht es allerdings einen Unterschied, ob die Patienten nur ein unangenehmes Gefühl haben oder geradezu unter Zahnarztangst leiden.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist Zahnarztangst?
  3. Woraus resultiert die Zahnarztangst?
  4. Wie äußert sich die Angst vor dem Zahnarzt?
  5. Therapiemöglichkeiten
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Zahnzusatzversicherung - Vergleich der Zahnversicherungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahnarztangst resultiert aus der Urangst von Menschen vor Schmerzen.
  • Die Angst vorm Zahnarzt kann sich körperlich, mental oder im Verhalten äußern.
  • Zahnärzte wenden sich inzwischen gezielt an Angstpatienten und zeigen im Vorfeld auf, welche Möglichkeiten einer schmerzfreien Behandlung es gibt.

Was ist Zahnarztangst?

Die Erklärung ergibt sich aus dem Begriff heraus: die Befürchtung davor, von einem Zahnarzt behandelt zu werden. Allerdings sollte man die Zahnarztangst schon ein wenig differenzierter betrachten. Die Bandbreite des Angstzustandes kann von dem rein unangenehmen Gefühl so weit reichen, dass Patienten trotz größter Schmerzen nicht zum Arzt gehen.

Angst als Bestandteil unserer Psyche ist ein ganz normales Verhalten oder Gefühl. Sie bewirkt, dass wir uns selbst vor negativen Umwelteinflüssen schützen. Ein Patient, der an Zahnarztphobie leidet, empfindet durch den anstehenden Zahnarztbesuch eine Bedrohung. Der Mensch tendiert dazu, Bedrohungen aus dem Weg zu gehen. Im Fall der Zahnbehandlung bedeutet das, im Zweifelsfall keinen Termin wahrzunehmen.

Die Angst vorm Zahnarzt und die daraus resultierende Vermeidungsstrategie führt im Anschluss dazu, dass sich der Patient für sein Verhalten vor seiner Umwelt schämt, er leidet also doppelt. Der grundlegende Faktor für die Angst vor dem Zahnarzt ist die Angst vor Schmerzen.

Woraus resultiert die Zahnarztangst?

Wer sich einmal die Schulter ausgekugelt hat, weiß, dass das Einkugeln durch den Arzt eine extrem schmerzhafte Angelegenheit ist. Dennoch ist die Angst vor dem praktischen Arzt oder dem Orthopäden für die meisten Menschen kein Thema. Beim Zahnarzt verhält es sich leider anders. Die Angst vor dem Zahnarzt kann zahlreiche Gründe haben:

  • Traumatisierung durch eine frühere Zahnbehandlung.
  • Die Verankerung der Erwartung von Schmerzen in der Psyche.
  • Negative Berichte aus dem Umfeld über schmerzhafte Zahnarztbesuche.
  • Kontrollverlust durch die völlige Passivität im Zahnarztstuhl.
  • Unwissenheit über das, was während der Behandlung passieren wird.
  • Der Patient gilt generell als ängstlicher Mensch.
  • Der Zahnarzt kann kein Vertrauen zum Patienten aufbauen oder wirkt Angst einflößend.

Der Ursprung aller Ängste ist jedoch die Angst vor Schmerzen. Durch die Befürchtung vor dem, was auf den Patienten zukommen könnte, steigert sich auch noch die Schmerzempfindlichkeit. Am Ende bewirkt die Angst, dass alles noch schlimmer wahrgenommen wird, als es ist.

Wie äußert sich die Angst vor dem Zahnarzt?

Am deutlichsten fällt die Vermeidungsstrategie auf. Der Patient verlässt den Warteraum, bevor er an der Reihe ist, oder geht erst gar nicht zu dem vereinbarten Termin.

Herzrasen, Schwitzen oder Zittern gelten als körperliche Symptome, an denen Angst erkennbar ist. Von außen nicht wahrnehmbar sind die psychischen Merkmale wie panische Gedanken oder Angstvorstellungen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es gegen die Zahnarztphobie?

Manche Zahnärzte wenden sich auf ihren Homepages gezielt an Angstpatienten und schildern ausführlich, welche Möglichkeiten zur Vermeidung von Schmerzen sie anwenden. Das Internet bildet den ersten Brückenschlag für den Zahnarzt, seinem potenziellen Patienten die Angst zu nehmen.

Zahnärzte haben zwei Möglichkeiten, den Schmerz zu mindern oder abzuschalten. Zum einen gibt es Schmerz mindernde Behandlungsmethoden, zum anderen Angst lösende.

Schmerz mindernde Behandlungen

Die bekannteste Methode zur Schmerzminderung ist die Vollnarkose. Der Patient bekommt absolut nichts mit, muss aber auch eine gewisse Zeit einkalkulieren, um wieder aufzuwachen. Vollnarkosen werden in der Regel nur in Zahnkliniken angewendet, da kaum eine klassische Praxis über einen Aufwachraum verfügt.

Die Alternative zur Vollnarkose ist die lokale Anästhesie. In diesem Fall wird nur der zu behandelnde Teil des Mundes betäubt. Der Nachteil für einen echten Schmerzhasser ist allerdings, dass in diesem Fall eine Spritze gesetzt werden muss, die pikt. Im Fall der Lokalanästhesie ist der zu behandelnde Bereich nicht völlig gefühllos. Allerdings nimmt der Patient nur "dumpfe" Berührungen wahr, keinen Schmerz. Die Lokalanästhesie ermöglicht es, dass der Patient die Praxis nach der Behandlung sofort wieder verlassen kann. Die Stunden danach sind dann von einem leichten Kribbeln im Mund gekennzeichnet, wenn die Betäubung nachlässt.

Angst lösende Behandlungsmethoden

Im Rahmen einer Angst lösenden Behandlung, wenn der Patient Angst vor einer Narkose oder Anästhesie hat, kommen sedierende Mittel zum Einsatz. Mittels Tabletten oder einer intravenösen Eingabe werden Bereiche im zentralen Nervensystem blockiert. Der Schmerz wird zwar nicht völlig ausgeschaltet, aber auf ein erträgliches Minimum reduziert. Im Zweifelsfall erhält der Patient als begleitende Maßnahme noch eine lokale Anästhesie. Bei einer Überdosierung des Sedativums kann es allerdings passieren, dass der Patient bewusstlos wird.

Psychotherapie gegen Zahnarztangst

Losgelöst von den Maßnahmen, die der Arzt im Rahmen der Behandlung ergreifen kann, um die Schmerzen zu mindern und so die Angst vor dem Zahnarzt zu reduzieren, kann der Patient selbst aktiv werden.

Die Rede ist von einer psychotherapeutischen Behandlung, in deren Zentrum die Angst als solche und die Zahnarztphobie im Speziellen steht. Die übermäßige Angst hat eine Ursache. Aufgabe des Therapeuten ist es, dem Patienten zu helfen, den Auslöser der Angst herauszuarbeiten, und Strategien dagegen zu entwickeln. Dieser Prozess, der langfristige Abbau der Ängste, funktioniert jedoch nicht von heute auf morgen.

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