Umfrage: Schlechte Kassenleistungen beim Zahnarzt für jeden Zweiten Grund für Zusatzversicherung
Stand: 21.04.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
In den letzten Jahren wurden Zahnarztleistungen sukzessive aus den Leistungskatalogen der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen. Für knapp die Hälfte (46 Prozent) der Menschen mit Zahnzusatzversicherung oder entsprechendem Interesse ist dies ein wichtiger Grund für den zusätzlichen Schutz. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox.
Zahnarztleistungen stehen in Frage
"Zahnärztliche Leistungen wurden in der gesetzlichen Krankenversicherung in den letzten Jahren zunehmend gekürzt. Jüngst sorgte der CDU-Wirtschaftsrat mit dem Vorschlag für Aufsehen, dass Patienten ihre Zahnarztbesuche künftig entweder selbst bezahlen oder privat absichern sollten”, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH.
Wie die Verivox-Studie zeigt, ist die eingeschränkte zahnmedizinische Versorgung von Kassenpatienten auch unabhängig von dem Vorschlag der wichtigste Grund für eine private Zusatzversicherung. Von den 1.051 Befragten, die eine Zahnzusatzversicherung bereits abgeschlossen oder daran Interesse haben, bergründen dies 46 Prozent mit eingeschränkten Kassenleistungen.
Schon Vorsorge belastet
Dabei steht nicht nur teurer Zahnersatz im Fokus: Ein Viertel der Befragten (26 Prozent) wünscht sich finanzielle Unterstützung bei Prophylaxe-Maßnahmen. 27 Prozent erwarten künftig kostenaufwendige Behandlungen und möchten sich deshalb absichern. 16 Prozent geben an, dass in der Vergangenheit bereits teure Behandlungen durchgeführt wurden, die zum Abschluss beziehungsweise zu ihrem Interesse an einer Zahnzusatzversicherung geführt haben. Von einer schlechten Zahnsubstanz, wegen der sie sich absichern wollen, berichten 15 Prozent der Befragten.
"Eine Zahnzusatzversicherung sollte präventiv abgeschlossen werden", sagt Aljoscha Ziller. "Wenn die Zähne bei Vertragsbeginn bereits stark beschädigt sind, kann das zu hohen Beiträgen, Leistungsausschlüssen oder zu einer Komplettablehnung führen."
Hohe Qualität im Fokus
Die Mehrheit der Personen, die kostenaufwendige Behandlungen in der Zukunft erwarten, rechnet mit Kronen (54 Prozent) und Implantaten (52 Prozent). Jeder Dritte (34 Prozent) erwartet, dass er Brücken brauchen wird. Entsprechend gehören für die breite Mehrheit hochwertiger Zahnersatz (für 86 Prozent) und hochwertige Füllungen (83 Prozent) zu den wichtigen und sehr wichtigen Leistungen einer Zahnzusatzversicherung.
Doch auch hier zeigt sich, dass Patienten nicht nur für Zahnersatz vorsorgen möchten: 40 Prozent zählen Prophylaxe-Maßnahmen wie die regelmäßige professionelle Zahnreinigung zu den kostenintensiven Behandlungen, die für eine Zusatzversicherung sprechen. Dazu passend ist für je 74 Prozent der Befragten die Kostenübernahme von Paradontitis- und Wurzelbehandlungen sowie die professionelle Zahnreinigung wichtig oder sehr wichtig.
Ästhetische Behandlungen untergeordnet
78 Prozent wünschen sich aber auch die Abdeckung von bestehendem Behandlungsbedarf. "Zahnzusatzversicherungen übernehmen in der Regel keine Kosten für bereits diagnostizierten Behandlungsbedarf oder laufende Behandlungen", sagt Aljoscha Ziller. "Die professionelle Zahnreinigung übernehmen hingegen sehr viele Tarife. Sie ist allerdings auch eine häufige Zusatzleistung der gesetzlichen Krankenkassen."
Rein ästhetische Behandlungen stehen hingegen weniger im Fokus. Nur jeder Zehnte erwartet in der Zukunft hohe Kosten durch eine Zahnaufhellung, acht Prozent rechnen mit Ausgaben für ästhetische Zahnkorrekturen. Bleaching gehört lediglich für etwa jeden Fünften zu den sehr wichtigen bzw. wichtigen Leistungen einer Zusatzversicherung.
Methodik
Im Auftrag von Verivox hat das Marktforschungsinstitut Innofact Ende November 2025 insgesamt 1.051 Personen im Alter von 20 bis 66 Jahren online befragt, die eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen haben oder Interesse daran haben. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Die Befragten entstammen einem ISO-zertifizierten Online-Panel mit rund 500.000 Teilnehmenden.