Marderschaden am Fahrzeug: Wer zahlt?

15.05.2015 | 10:30

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Heidelberg - Kleine Nager, große Wirkung: Marder, die unter der Motorhaube ihr Unwesen treiben, können den Autobesitzer teuer zu stehen kommen. Die Zahl der Marderschäden an Fahrzeugen steigt von Jahr zu Jahr; gleichzeitig specken Versicherer beim Schutz in den Kfz-Basistarifen ab. Warum ein kritischer Blick in den Leistungskatalog ratsam ist, erklärt das unabhängige Verbraucherportal Verivox.

Immer häufiger treiben Marder unter der Motorhaube ihr Unwesen: Im Jahr 2012 verzeichnete die Versicherungswirtschaft 233.000 Fälle, mit steigender Tendenz. Für betroffene Autofahrer ist das nicht nur sehr ärgerlich, sondern unter Umständen auch richtig teuer. Denn wo lange ganz selbstverständlich die Teilkasko zahlte, gehen seit der Einführung von Basistarifen mehr und mehr Versicherte leer aus.

Folgeschäden können schnell richtig teuer werden

Basistarife sind gewissermaßen Light-Versionen von herkömmlichen Kfz-Versicherungen. Sie sind zwischen fünf und 15 Prozent günstiger, der Leistungsumfang ist aber vor allem im Kaskobereich wesentlich geringer. Marderbisse sind in der Regel nicht gedeckt. Für Verbraucher heißt das: Sie fahren zunächst günstig, kommt es allerdings zu einem Marderschaden, geht das schnell ins Geld. Denn insbesondere die Folgeschäden von Marderbissen sind kostspielig. Ist die Bordelektronik betroffen, kommen auf den Kfz-Besitzer saftige Reparaturkosten zu. Aber auch Schäden an Motor, Antriebswellen und Katalysator können Kosten in fünfstelliger Höhe verursachen.

Deshalb lohnt sich ein prüfender Blick in die Vertragsbedingungen. Empfehlenswert ist der Einschluss von Marderbissen an Kabeln, Schläuchen und Leitungen sowie daraus resultierende Folgeschäden. Viele Versicherer begrenzen den Höchstbetrag für Folgeschäden auf 1.500 bis 3.000 Euro pro Schadenfall. Einige Komfort-Tarife bieten aber auch einen unbegrenzten Schutz bei Marderbiss-Folgeschäden.

Wer die ungebetenen Gäste abwehren möchte, kann sich das Geld für Mottenkugeln & Co. übrigens sparen: Sämtliche Formen der Duft-Abwehr seien unwirksam, sagen Wildbiologen. Bewährt hätten sich indes Hochspannungsgeräte, die den Marder mit harmlosen Stromschlägen vertreiben.

In Basistarifen fehlen weitere wichtige Leistungen

Doch nicht nur bei Marderschäden gehen Versicherte im Basistarif fast immer leer aus, sondern auch bei grober Fahrlässigkeit – wozu etwa Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung zählt. Darüber hinaus entfallen meist der erweiterte Wildschadenschutz, die erweiterte Elementarschadendeckung sowie in der Kfz-Haftpflicht die Mallorca-Police. Zudem haben Basis-Versicherte auch im Schadenfall schlechtere Karten: Sie werden unter gleichen Voraussetzungen zwei bis drei Schadenfreiheitsklassen weiter zurückgestuft als Komfort-Versicherte. Der Prämienanstieg nach einem Unfall fällt in der „Holzklasse“ also deutlich höher aus als im Komfort-Segment.

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