Verbraucher-Atlas: Strompreise in Europa

Strompreise in der EU

2017 lag der durchschnittliche Strompreis für Privatkunden in Europa bei 20,45 Cent je Kilowattstunde. Das hat die europäische Statistikbehörde Eurostat ermittelt. Doch die Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedsstaaten sind groß. So werden in Deutschland mit 30,48 Cent europaweit die höchsten Strompreise fällig, gefolgt von Dänemark (30,30 Cent) und Belgien (28,38 Cent). Der Strom in den teuersten EU-Ländern kostet damit mehr als dreimal so viel wie im günstigsten Mitgliedsstaat Bulgarien. Hier zahlen Stromkunden durchschnittlich 9,69 Cent für jede verbrauchte Kilowattstunde. Auch in anderen osteuropäischen Ländern ist Strom verhältnismäßig günstig. In Litauen, Ungarn, Kroatien, Rumänien, Estland, Malta, Slowakei, Polen und Tschechien liegt der Kilowattstundenpreis jeweils unter 15 Cent.

Wo in der EU ist Strom am teuersten?

Deutsche müssen höchste Kaufkraft aufwenden

In jedem Land ist der Euro unterschiedlich viel wert. Wie stark die finanzielle Belastung durch die Stromkosten ausfällt, zeigt daher der sogenannte Kaufkraftstandard (KKS) – eine fiktive Währungseinheit, die die unterschiedlichen nationalen Preisniveaus ausgleicht. Mit einem KKS können in jedem Land der EU theoretisch gleich viele Waren und Dienstleistungen eingekauft werden.

Auch bei dieser Betrachtungsweise sind die deutschen Verbraucher mit 1.148 KKS für 4.000 kWh Strom am stärksten belastet. Auf den Plätzen folgen Portugal (1.131 KKS) und Belgien (1.038 KKS). Den günstigsten Strom gemäß Kaufkraftstandard beziehen die Finnen (516 KKS) vor den Luxemburgern (537 KKS) und den Holländern (565 KKS).

Strompreise im Fünf-Jahres-Vergleich

In den letzten fünf Jahren sind die Strompreise in Europa um durchschnittlich 6 Prozent gestiegen. Den größten Preissprung mussten die Einwohner Griechenlands hinnehmen. Hier verteuerte sich Strom zwischen 2012 und 2017 um knapp 27 Prozent. Belgien verzeichnet mit 25 Prozent den zweitstärksten Strompreisanstieg innerhalb der EU, gefolgt von Frankreich mit 19 Prozent. In Deutschland mussten Stromkunden laut den Daten von Eurostat 16 Prozent mehr für die gleiche Menge Strom bezahlen.

In Zypern konnten sich Verbraucher hingegen über den größten Preisrückgang freuen (–35 Prozent). Auch in Ungarn (-29 Prozent), Malta (-21 Prozent) und der Slowakei (-16 Prozent) wurde Strom auf Fünf-Jahressicht deutlich günstiger.

Hohe Steuern treiben deutschen Strompreis

Der Strompreis in Deutschland setzt sich im Wesentlichen aus folgenden drei Kostenblöcken zusammen:

  • Steuern und Umlagen
  • Netzentgelte
  • Beschaffung, Marge und Vertrieb

Den mit Abstand größten Posten bilden Steuern, Umlagen und Abgaben mit insgesamt rund 57 Prozent. Darin enthalten sind die Stromsteuer, die Konzessionsabgaben an die Kommunen sowie die Abgaben, die sich aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der Offshore-Haftungsumlage, der §19-NEV-Umlage und der Umlage für abschaltbare Lasten ergeben. Zusätzlich die Mehrwertsteuer hinzugerechnet.

Die Abgabenlast auf Strom ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Lag sie 2009 noch bei 39 Prozent, waren es 2012 schon 46 Prozent. Im Jahr 2013 stieg der Anteil von Steuern, Abgaben und Umlagen erstmals über die 50-Prozent-Marke.

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