Bild: Weltenergiebedarf ©Sergej Khackimullin/fotolia.com

Weltenergiebedarf

Der Begriff Weltenergiebedarf bezeichnet die Menge an Primärenergie, die weltweit im Jahr benötigt wird in Form von Treibstoff, elektrischer Energie und Heizenergie. Im Jahr 2010 lag der Wert bei 505 Exajoule (EJ), was 140.168 Milliarden Kilowattstunden (kWh) entspricht. Der weltweite Bedarf an Strom verbucht rund 17 Prozent des Gesamtbedarfs für sich. In Deutschland wurden im Jahr 2010 etwa 14 EJ beziehungsweise 3900 Milliarden kWh Energie benötigt. 580 Milliarden kWh gingen dabei auf das Konto der elektrischen Energie. 2014 erreichte der Energieverbauch Deutschlands den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Es wurden etwa 13 EJ, also 3632 Milliarden kWh Energie verwendet. Mit Ausnahme von den erneuerbaren Energien ging der Verbrauch aller Energieträger kräftig zurück.

Der Weltenergiebedarf steigt unaufhaltsam

Der Energiebedarf pro Kopf ist im Vergleichszeitraum von 1990 bis 2008 um 10 Prozent gestiegen, während die Weltbevölkerung um 27 Prozent gewachsen ist. Der Weltenergiebedarf stieg um 39 Prozent. Am deutlichsten stieg der Energiebedarf mit 170 Prozent im Mittleren Osten, gefolgt von China mit einem Anstieg des Energiekonsums um 146 Prozent und Indien mit einem um 91 Prozent höheren Bedarf.

Experten prognostizieren bis zum Jahr 2060 eine Bedarfssteigerung an Primärenergie um etwa das Doppelte des aktuellen Wertes auf 321.000 Milliarden kWh. Diese Prognosen werden aufgrund der Erwartungen gestellt, dass sich bis dahin der Lebensstandard in aufstrebenden Entwicklungs- und Schwellenländern dem Niveau in den westlichen Industrienationen angeglichen haben wird.

Der Welt-Energie-Ausblick der Internationalen Energieagentur

In ihrem jährlich erscheinenden Welt-Energie-Ausblick (World Energy Outlook) aus dem Jahr 2014 prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA) bis zum Jahr 2040 eine Steigerung des weltweiten Energiebedarfs um 37 Prozent. Das Wachstum der Weltbevölkerung entwickelt sich dagegen weniger energieintensiv als bisher. Das Wachstum der weltweiten Nachfrage wird bis zum Jahr 2040 deutlich abnehmen. Grund dafür sind politische Wirkungen und strukturelle Verschiebungen der globalen Wirtschaft. Die Energieversorgung der Welt im Jahr 2040 aus vier etwa gleich großen Teilen bestehen: Öl, Gas, Kohle und kohlenstoffarme Quellen.

Das Energieproblem: Wie werden wir den wachsenden Energiebedarf künftig decken?

Die Ressourcen an fossilen Energieträgern sind begrenzt, die Erde ächzt unter der Last der zerstörerischen Treibhausgase, die Weltbevölkerung sieht sich dramatischen Wettereignissen ausgesetzt. Der Klimawandel kann nicht mehr vermieden, er kann lediglich abgemildert werden, und das auch nur, wenn sofort gehandelt wird.

Eine Reduzierung des weltweiten Energiebedarfs könnte einen deutlichen Beitrag zur Abmilderung des Klimawandels leisten, doch die wird es nicht geben. Ganz im Gegenteil: Der Einsatz fossiler Energieträger wird vermutlich noch zunehmen. Was können wir also tun, um den Herausforderungen, die sich uns stellen, zu begegnen? Da der weltweite Bedarf bald nicht mehr von den fossilen Energieträgern gedeckt werden kann, werden weltweit Fördermaßnahmen aufgelegt, um neue Energien zu erschließen. In Deutschland wird seit der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 die Abkehr von der Atomenergie unter dem Begriff „Energiewende“ zusammengefasst. Der Begriff ist jedoch schon weitaus älter und umfasst auch den Verbrauch fossiler Energieträger.

1980 gab das Ökoinstitut ein Buch mit dem bezeichnenden Titel „Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran“ heraus, das mit der Ansicht, Wirtschaftswachstum müsse mit einem höheren Energieverbrauch und der Ausbeutung fossiler Rohstoffe einhergehen, aufräumt. Nach Einschätzung der Experten müsse man dem wachsenden Energiebedarf mit dem verstärkten Einsatz regenerativer Energiequellen und einer effizienteren Nutzung fossiler Energieträger begegnen. Klar ist: Nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Weltbevölkerung ist dazu aufgerufen zu handeln, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten und Lösungen zum drohenden Energieproblem zu finden.

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Text: Verivox
Bild: Sergej Khackimullin
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