Bild: Recycling ©RTimages/fotolia.com

Recycling

Der Begriff Recycling stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „Wiederverwertung“ oder „Wiederaufbereitung“. Recycling ist also ein Verwertungsverfahren, bei dem gebrauchte, defekte oder nicht mehr benötigte Produkte einem Verwertungskreislauf zugeführt werden, an dessen Ende bzw. Anfang wieder ein verwertbarer Rohstoff steht.

Als es noch keinen Müll gab …

Vor der Industrialisierung gab es so gut wie keinen Müll. Das lag nicht nur daran, dass die Haushalte weniger Güter zur Verfügung hatten und es kaum Verpackungen gab, sondern vor allem an der Tatsache, dass alles wiederverwendet werden musste. Die Essensreste wurden an die Tiere verfüttert, aus Textillumpen wurde Papier gemacht, mit Holz und Papier wurde geheizt und Metall wurde wieder eingeschmolzen. Somit gab es zu dieser Zeit schon eine Art Recycling, denn alles wurde wiederverwendet, so gut wie nichts landete im Müll. Auch wenn der Grund dafür meist die ärmlichen Lebensumstände waren, der Verwertungskreislauf funktionierte damals ohne gelbe Säcke und grünen Punkt.

Kaputt? Neu!

Im Zuge der Industrialisierung und spätestens seit dem Wirtschaftswunder in den 50er Jahren änderte sich dies: Als die Menschen zu mehr Wohlstand gelangten und sich mehr Luxusgüter leisten konnten, kamen mehr Produkte auf den Markt, die meist auch aufwendiger verpackt waren. Während zuvor ein Haushalt mit etwa 150 Dingen auskam, waren in den 70er Jahren bereits über 20.000 Gegenstände in einem Haushalt zu finden. Die daraus entstandene „Wegwerf-Mentalität“ tat das ihre dazu. Entsprechend wuchs auch die Menge an Müll deutlich auf rund 250 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Wohin mit dem ganzen Müll?

Doch alles, was verpackt und gekauft wurde, all die einmal genutzten Flaschen, Folien, Dosen und Kunststoffe müssen irgendwo hin. Das erkannten auch zunehmend die Industrieländer, die mancherorts einen Müllnotstand ausriefen. Im damals noch geteilten Deutschland wurden in West und Ost Sammelsysteme eingeführt. 1994 wurde schließlich das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz erlassen, das als zentrales Bundesgesetz des deutschen Abfallrechts die umweltverträgliche Beseitigung von Abfällen und die Förderung des Wertstoffkreislaufs regelt.

Das Geschäft mit dem Müll

Jeder Deutsche ist dazu aufgerufen, seinen Müll vor dem Wegwerfen zu sortieren und den entsprechenden Sammelsystemen zukommen zu lassen. Bei den Wertstoffsammelsystemen gibt es regionale Unterschiede. Insgesamt werden meist Altpapier, Altglas, Verpackungen, Bioabfall, Batterien, Leuchtmittel und auch Elektroschrott gesammelt.

Das Recycling soll nicht nur eine umweltverträgliche Entsorgung gewährleisten, vielmehr ist Recycling ein hoch profitables Geschäft. In Zeiten steigender Rohstoffpreise ist Müll bares Geld wert. Durch die Reform des Kreislaufwirtschaftsgesetzes 2012 bekommen nun auch private Entsorgungsfirmen die Möglichkeit, Wertstoffsammelsysteme zu implementieren. Bislang hatten vornehmlich die Kommunen eine Art Monopol, allein ihnen wurde die Entsorgung und Weiterverarbeitung der Rohstoffe erlaubt. Dies wird sich nun ändern: Die EU-Kommission will den Wettbewerb beim Recycling ankurbeln und erhofft sich dadurch eine stärkere Verwertung des Mülls.

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Text: Verivox
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