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Kfz-Steuer

Für Fahrzeuge, die am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, muss der Halter Kfz-Steuer zahlen. Die Steuerpflicht beginnt mit dem Tag der Anmeldung und endet mit der Abmeldung bei der zuständigen Zulassungsbehörde. Die Höhe der Kfz-Steuer richtet sich bei einem Pkw nach der CO2-Emission und dem Hubraum des Fahrzeugs. Für Motorräder, Wohnmobile, Elektrofahrzeuge, Lkws, Anhänger, Zugmaschinen und Oldtimer gelten gesonderte Berechnungen. Die Zahlung erfolgt im Voraus. Der fällige Betrag wird per Lastschrift von dem Konto des Steuerpflichtigen abgebucht. Die Steuer wird von der deutschen Zollverwaltung eingezogen und geht an den Bund.

Wer muss Kfz-Steuer zahlen?

Die Kraftfahrzeugsteuer muss durch den Halter des Fahrzeugs entrichtet werden. Als Fahrzeughalter gilt die Person, die in der Zulassungsbescheinigung Teil I und II eingetragen ist. Dabei muss der Halter nicht mit dem Eigentümer des Kraftfahrzeugs identisch sein. So kann ein junger Erwachsener ein Auto kaufen und es über seinen Vater bei der Kfz-Versicherung anmelden. Der Käufer ist damit der Eigentümer des Autos, während der Vater als Halter in der Zulassungsbescheinigung eingetragen ist.

Die Steuer wird fällig für Fahrzeuge, die in Deutschland zum Straßenverkehr zugelassen sind. Das gilt auch für ausländische Wagen, die eine deutsche Zulassung erhalten. Mit Beantragung eines historischen Kennzeichens für Oldtimer oder eines roten Kennzeichens für Probefahrten und Überführungen wird die Kfz-Steuer ebenfalls fällig.

So wird die Kfz-Steuer berechnet

Kraftfahrzeuge, die ab dem 1. Juli 2009 erstmals für den Straßenverkehr zugelassen wurden, zahlen einen festen Grundbetrag je 100 cm³ Hubraum plus einen Zuschlag für den CO2-Ausstoß. Für den Zuschlag wird anhand der Abgasnorm berechnet, wie viel Gramm Kohlenstoffdioxid je Kilometer der Wagen ausstößt. Nach Abzug einer festgelegten Freigrenze, die regelmäßig angepasst wird, erfolgt die Multiplikation der Schadstoffemission mit einem festen Betrag. Dieser liegt 2016 bei 2,00 Euro je Gramm Kohlenstoffdioxid oberhalb der Freigrenze. Einen Rechner für die Höhe der Kraftfahrzeugsteuer finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzministeriums. Den Schadstoffausstoß seines Fahrzeugs kann der Halter selbst ausrechnen. Dazu muss er seinen durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch auf 100 Kilometer bei einem Benziner mit der Zahl 23,69 und bei einem Dieselfahrzeug mit 26,58 multiplizieren.

Für Fahrzeuge mit Erstzulassung bis 30. Juni 2009 gilt je 100 cm³ Hubraum:

  • Benziner mit Schadstoffklasse Euro 3: 6,75 Euro
  • Benziner mit Schadstoffklasse Euro 2: 7,36 Euro
  • Benziner mit Schadstoffklasse Euro 1: 15,13 Euro
  • Nicht schadstoffarme Benziner (ohne Kat): 25,36 Euro
  • Diesel mit Schadstoffklasse Euro 3: 15,44 Euro
  • Diesel mit Schadstoffklasse Euro 2: 16,05 Euro
  • Diesel mit Schadstoffklasse Euro 1: 27,35 Euro
  • Nicht schadstoffarme Diesel (ohne Kat): 37,58 Euro

Für Fahrzeuge mit Erstzulassung nach 1. Juli 2009 gilt je 100 cm³ Hubraum:

  • Benziner mit Schadstoffklasse Euro 3 und höher: 2 Euro plus CO₂-Zuschlag von 2 Euro je g/km.
  • Diesel mit Schadstoffklasse Euro 3 und höher: 9,50 Euro plus CO₂-Zuschlag von 2 Euro je g/km.

Kfz-Steuer durch Aufrüstung reduzieren

Um in eine bessere Schadstoffklasse eingestuft zu werden, gibt es die Möglichkeit der Nachrüstung eines Rußpartikelfilters. Auf diese Weise können Autohalter unter Umständen eine deutliche Steuerersparnis erhalten. Vor allem Fahrzeuge der Euro-1-Norm werden umgerüstet und erreichen so die Euro-2- oder D3-Norm.

Wer seinen alten geregelten Katalysator gegen einen neuwertigen KAT eintauscht, kann ebenfalls Steuern sparen. Vor allem bei Dieselfahrzeugen kann sich der Austausch des Katalysators lohnen, denn auch wenn die Anschaffungskosten hoch sind, amortisiert sich die Ausgabe schnell aufgrund der deutlichen Steuerersparnis. Die Steuerersparnis können Sie mit dem KFZ Steuer Rechner auf bbx.de ausrechnen.

Schon beim Autokauf auf die Kfz-Steuer achten

Autokäufer sollten die Höhe der Kfz-Steuer bei der Ermittlung der künftigen monatlichen Autokosten miteinbeziehen und bei der Auswahl des Modells beachten. So liegt der Grundbetrag je 100 cm³ Hubraum für Diesel-Pkw mit einer Erstzulassung ab dem 1. Juli 2009 höher als für Benziner. Anschließend erfolgt die Berechnung des CO2-Zuschlags. Die Berechnungsart ist für beide Fahrzeugarten dieselbe.

Ältere Gebrauchtwagen mit einer Erstzulassung vor dem 5. November 2008 zahlen eine ausschließlich hubraumabhängige Steuer. Bei gebrauchten Autos mit Erstzulassung zwischen dem 5. November 2008 und dem 30. Juni 2009 ermittelt das Finanzamt, welche Berechnungsart die günstigere ist.

Halter von Elektrofahrzeugen mit Erstzulassung zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2015 sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Bei älteren und neueren Elektro-Pkw liegt die Befreiung bei 5 Jahren. Nach Ablauf von 5 beziehungsweise 10 Jahren zahlen sie die Hälfte der regulären Steuer.

Befreiung von der Kfz-Steuer

Schwerbehinderte Halter eines Kraftfahrzeugs können sich auf Antrag von der Kfz-Steuer befreien lassen. Dazu muss ein Schwerbehindertenausweis vorliegen, der besagt, dass der Fahrzeughalter hilflos, blind oder außergewöhnlich schwerbehindert ist. Der Wagen darf ausschließlich für den Transport des Halters genutzt werden, um die 100-prozentige Steuerbefreiung zu erreichen. Gehbehinderte erhalten eine Steuerermäßigung von 50 Prozent­.

Ein grünes Kennzeichen bedeutet ebenfalls eine komplette Befreiung von der Kfz-Steuer. Es zeichnet Fahrzeuge aus der Landwirtschaft, Pferde- oder Bootsanhänger und Wagen von Schaustellern oder von gemeinnützigen Organisationen aus. Kleine Busse mit maximal neun Sitzplätzen, die im Linienverkehr eingesetzt werden, Autos von Behörden und Diplomaten sowie Kleinkrafträder und Leichtkrafträder sind ebenfalls von der Kfz-Steuer befreit, führen jedoch ein schwarzes Kennzeichen.

Gesonderte Besteuerung für bestimmte Fahrzeuge

Einige Fahrzeuge erhalten eine gesonderte Besteuerung. Dazu zählen Lkws, Oldtimer, Wohnmobile, Motorräder und Anhänger.

  • Bei einem Lkw ist die Höhe der Kfz-Steuer von dem zulässigen Gesamtgewicht abhängig. Ab einem bestimmten Gewicht fließen auch der Ausstoß von Schadstoffen und die Geräuschklasse in die Berechnung ein.
  • Oldtimer werden mit einer pauschalen Kfz-Steuer belastet­.
  • Für Wohnmobile wird die Kraftfahrzeugsteuer aufgrund der verkehrsrechtlich zulässigen Gesamtmasse und der Schadstoffemission berechnet.
  • Der Steuersatz für Motorräder ab 11 kW beziehungsweise 125 cm³ Hubraum hat sich seit 1955 nicht geändert. Er beträgt 1,84 Euro je angefangene 25 cm³ Hubraum.
  • Leichtkrafträder mit einer Leistung unter 11 kW und einem Hubraum, der nicht größer ist als 125 Kubikzentimeter, sind von der Kfz-Steuer befreit.
  • Halter eines nicht steuerbefreiten Anhängers zahlen einen festen Betrag je 200 kg verkehrsrechtlich zulässigen Gesamtgewichts, wobei es einen Höchstbetrag gibt.

So wirkt sich die Kfz-Steuer in der Steuererklärung aus

Privatpersonen können die Kfz-Steuer nicht als Aufwendung in ihrer Steuererklärung geltend machen. Nur bei Unternehmern gilt die Steuer als Betriebsausgabe und wirkt sich steuermindernd aus. Dazu muss der Wagen des Selbstständigen zum Betriebsvermögen gehören. Arbeitnehmer, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, erhalten über die Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt, einen finanziellen Ausgleich. Zur Berechnung der Pendlerpauschale akzeptiert das Finanzamt die einfache Entfernung von der Wohnung des Berufstätigen zu seiner Arbeitsstelle. Die zurückgelegten Kilometer werden mit einem festen Betrag multipliziert. Dadurch ergibt sich ein Aufwandsbetrag, der die Steuerlast des Autofahrers verringert. Im Gegensatz zur Kfz-Steuer können jedoch bei einem beruflich genutzten Fahrzeug die Kosten für die Kfz-Haftpflichtversicherung steuerlich angesetzt werden.

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