Zwischenlager

Der Begriff „Zwischenlagerung“ bezeichnet die vorübergehende Verwahrung von Abfällen an einem eigens dafür vorgesehenen Ort. Der Begriff wird meist im Zusammenhang mit der Verwahrung von radioaktiven Materialien verwendet.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wo gibt es Zwischenlager?
  3. Zwei Typen von Brennelement-Zwischenlagern
  4. Nach Fukushima: Stresstest für alle deutschen Zwischenlager
  5. Die Asse – Atommülllager wider Willen
  6. Jetzt Stromtarif sichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Zwischenlager befinden sich am Standort der Kernkraftwerke und die Lagerung ist für 40 Jahre genehmigt.
  • In Trockenlagern werden die Brennelemente in Behältern (Castoren) eingelagert und durch Umluft gekühlt.
  • In Nasslagern befinden sich die verbrauchten Brennelemente in einem Wasserbecken. Das Wasser dient zur Kühlung und zur Abschirmung der Strahlung.
  • Zwischlager müssen vor Flugzeugabstürzen, Erdbeben und Terrorangriffen geschützt sein.

Wo gibt es Zwischenlager?

Die meisten Zwischenlager befinden sich am Standort der Kernkraftwerke (Standortzwischenlager). Diese Zwischenlager wurden vom Bundesamt für Strahlenschutz für den Betrieb von 40 Jahren genehmigt. Bis dahin erhofft man sich, ein Endlager für hochradioaktiven Müll gefunden zu haben.

Neben den standortnahen Zwischenlagern gibt es zentrale Zwischenlager fern von Kernkraftwerksstandorten. Eines davon ist Gorleben. Laut Genehmigungen können in Gorleben neben den Brennelementen auch verglaste hochradioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung gelagert werden. Um aber keine weiteren Fakten bei der Suche nach einem Endlager zu schaffen, sollen keine weiteren Atommüll-Behälter in das oberirdische Zwischenlager gebracht werden.

Das zweite zentrale Zwischenlager liegt in Ahaus (Münsterland). Hier sollen in Zukunft mittelaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung sowie weiterer radioaktiver Abfall gelagert werden.

Ein dezentrales Zwischenlager befindet sich in Lubmin (Zwischenlager Nord) auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerks. Ursprünglich war es lediglich für Brennelemente aus den stillgelegten Kraftwerken in Rheinsberg und Greifswald vorgesehen. Ende 2010 wurden dort jedoch auch Abfälle unter anderem aus dem Forschungsreaktor Karlsruhe eingelagert.

Zwei Typen von Brennelement-Zwischenlagern

Bei Zwischenlagern für abgebrannte Brennelemente werden zwei Formen unterschieden. In den sogenannten Trockenlagern (hierzu gehören alle standortnahen Lager sowie Gorleben) werden die Brennelemente in Behältern (Castoren) eingelagert und durch Umluft gekühlt. Der Trend geht immer mehr zur Errichtung von Trockenlagern, weil in diesen keine aktiven Kühlsysteme benötigt werden. Beim Trockenlager wird der sichere Einschluss der radioaktiven Materialien vom hermetisch dichten Behälter gewährleistet, in den die Brennelemente trocken eingestellt werden.

In den sogenannten Nasslagern (auch Abklingbecken oder Abklinganlage) befinden sich die verbrauchten Brennelemente in einem Wasserbecken. Das Wasser dient einerseits zur Kühlung der Brennelemente, andererseits zur Abschirmung der Strahlung.

Nach Fukushima: Stresstest für alle deutschen Zwischenlager

Nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima im März 2011 wurden sämtliche europäische Reaktoren Stresstests unterzogen, mittels derer die Sicherheitsstandards der Meiler überprüft wurden. Nun sollen auch die Zwischenlager Stresstests unterzogen werden. Konkret soll geprüft werden, ob die oberirdischen Lager, in denen Brennelemente bis zu einer Endlagerung aufbewahrt werden, einen ausreichenden Schutz bei beispielsweise Flugzeugabstürzen bieten. Die ersten Stresstests wurden inzwischen durchgeführt.

Das Zwischenlager des Forschungszentrums Jülich weist dem Test zufolge Sicherheitsmängel auf. Demnach ist das Zwischenlager nicht ausreichend gegen Erdbeben und Flugzeugabstürze geschützt und entspricht somit nicht den aktuellen Sicherheitsstandards.

Am 30. Juni 2013 ist die Genehmigung für das Zwischenlager Jülich ausgelaufen, weil der geforderte Nachweis zur Erdbebensicherheit nicht erbracht werden konnte. Daraufhin hat das Wirtschaftsministerium NRW, als zuständige Atomaufsicht, eine atomrechtliche Anordnung zur Entfernung der Brennelemente aus dem Zwischenlager erlassen. In Jülich lagern 152 Castoren mit Brennelementekugeln. Der komplette Rückbau des Zwischenlagers wird bis ins Jahr 2022 andauern.

Unabhängig von dem Stresstest sollen alle Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll mit meterhohen Mauern nachgerüstet werden, um sie gegen mögliche Terrorangriffe besser zu sichern. Diese schon vor Fukushima verabredete Maßnahme geht auf die Empfehlungen einer Bund-Länder-Kommission zurück. Die Kosten für die Nachrüstungen haben die Betreiber zu tragen.

Die Asse – Atommülllager wider Willen

Die Schachtanlage Asse ist ein ehemaliges Salzbergwerk in Niedersachsen, das seit 1965 als Forschungsbergwerk betrieben wird und in dem zwischen 1967 und 1978 die Endlagerung radioaktiver Abfälle nicht nur erprobt, sondern auch heimlich ausgeübt wurde. Mittlerweile hat sich die Asse zum deutschlandweiten Konfliktherd im Zusammenhang mit der Lagerung hochradioaktiver Abfälle gemausert. Seitdem bekannt wurde, dass Wasser in die Schachtanlage eintritt, ist die Gefahr, dass das Bergwerk irgendwann mit Salzlauge vollläuft und die Fässer verrosten, nicht mehr von der Hand zu weisen.

Deshalb hat der Bundestag im Februar 2013 beschlossen, dass die 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem einsturzgefährdeten Schacht geborgen werden sollen. Zur Bergung muss ein neuer Schacht gebaut werden, sowie ein oberirdisches Zwischenlager. In welches Endlager der Atommüll dann abtransportiert werden soll, ist auch noch offen. Das bisher einmalige Projekt könnte bis über das Jahr 2040 hinaus dauern.

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