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Induktion

Das Prinzip der Induktion hat der Brite Michael Faraday bereits 1831 entdeckt: Um einen Leiter, der von elektrischem Strom durchflossen wird, bildet sich ein Magnetfeld, erkannte der Physiker. Dieses Magnetfeld erzeugt in einem zweiten, eng benachbarten Leiter ebenfalls einen Stromfluss und kann daher genutzt werden, um Energie zu übertragen. Aus dieser Entdeckung ging schließlich die Idee hervor, Magnetfelder zur Energieübertragung zu nutzen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Einheitlicher Standard für die Induktionstechnik
  3. Schädlich für die Menschen?
  4. Verwandte Themen
  5. Weiterführende Links
  6. Jetzt Stromtarif sichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Wireless Power Consortium (WPC) hat den einheitlichen "Qi"-Standard zum kabellosen Aufladen von Kleingeräten geschaffen.
  • Nach diesem Standard soll das Aufladen per Induktion eine Effizienz von rund 70 Prozent erreichen.
  • Bei größeren Entfernungen sinkt allerdings die Effizienz, zudem müssen die Menschen vor einem schädlichen Einfluss der elektromagnetischen Wechselfelder geschützt werden.

Einheitlicher Standard für die Induktionstechnik

Genau das haben Hersteller von elektrischen Kleingeräten wie Philips, Nokia und Olympus im Sinn. Sie haben sich im Wireless Power Consortium (WPC) zusammengeschlossen und den einheitlichen "Qi"-Standard zum kabellosen Aufladen von Kleingeräten geschaffen.

Ein einziges Ladegerät könnte damit die Akkus von Handy, Digitalkamera und MP3-Player aufladen. Es würde aus einer Matte mit eingearbeiteten Spulen bestehen, die ein Magnetfeld erzeugen. Die zugehörigen Kleingeräte müssten zum Aufladen natürlich selbst mit der entsprechenden Technik ausgestattet sein. Mit Distanzen zwischen den Spulen von höchstens einigen Millimetern soll die Übertragung eine Effizienz von rund 70 Prozent erreichen. Bei größeren Entfernungen geht die Effizienz allerdings drastisch nach unten. Wie schnell sich der vom WPC angestrebte einheitliche technische Standard für die Induktionstechnik am Markt durchsetzen wird, ist allerdings noch unklar.

Schädlich für die Menschen?

Gegenwind für diese Technik kommt von Achim Enders, Direktor des Instituts für Elektromagnetische Verträglichkeit der Technischen Universität (TU) Braunschweig. Enders sieht jenseits der technischen Schwierigkeiten vor allem das Problem, dass mit einem solchen Gerät die Grenzwerte zum Schutz vor den negativen Auswirkungen elektromagnetischer Wechselfelder nicht eingehalten werden können. "Natürlich sollte man niemals nie sagen, doch die induktive Kopplung über große Abstände bereitet enorme Probleme, wenn es um den Schutz von Menschen geht", sagt Enders.

Die Frage nach einem möglichen schädlichen Einfluss auf den Menschen beschäftigt auch die Hersteller von Elektrofahrzeugen, die ebenfalls an der drahtlosen Übertragung von Energie interessiert sind. Der Eisenbahnhersteller Bombardier beispielsweise erprobt auf seinem Firmengelände in Bautzen eine Straßenbahn, die ganz ohne Oberleitungen auskommt und ihre Energie stattdessen per Induktion aus zwischen den Schienen verlegten elektrischen Leitungen bezieht. So würde das Erscheinungsbild historischer Innenstädte nicht mehr durch hässliche Oberleitungen getrübt. Doch auch hier müssen Fahrgäste und Passanten vor einem möglicherweise schädlichen Einfluss elektromagnetischer Felder geschützt werden.

Dies gilt auch für Elektroautos, wo das Thema kabelloses Laden durch Induktion ebenso auf großes Interesse stößt. Die Fahrzeuge könnten einfach über Induktionsschleifen geparkt werden, die ihre Akkus berührungsfrei mit Energie aufladen. Ein Wechsel des Akkus wäre damit ebenso überflüssig wie das umständliche Hantieren mit dicken Kabeln. Auch hier ist Vereinheitlichung ein wichtiges Ziel der Hersteller: So erarbeitet der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) derzeit eine Richtlinie, nach der später einmal alle Fahrzeuge an allen Ladestationen mit Energie versorgt werden können. Denn ein Wirrwarr von Einzelsystemen wäre fatal in diesem erst entstehenden Markt.

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