Energieeinsparverordnung

Die Ziele sind ehrgeizig: Bis 2020 will Deutschland 20 Prozent seines Energieverbrauchs gegenüber 2008 einsparen. Dazu hat sich die Bundesregierung im Rahmen des Energie- und Klimapolitik-Pakets der EU verpflichtet. Das Paket sieht vor, die Treibhausgasemissionen zu senken, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien zu steigern. Um diese Ziele zu erreichen, werden verschiedene Wege beschritten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Energieeinsparverordnung ist Teil des deutschenWirtschaftsverwaltungsrechtes und regelt die Energieeinsparmaßnahmen für Gebäude.
  • Gebäude gehören zu den größten Energieverbrauchen: etwa 40 % des Energiebedarfs.
  • Auch die Voraussetzungen zur Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen sind in der Energieeinsparverordnung geregelt.

Was beinhaltet die Energieeinsparverordnung

Eine Maßnahme ist, die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern. Die dazugehörigen Rechtsvorschriften sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) festgehalten.

Die Energieeinsparverordnung ist Teil des deutschen Baurechts und beinhaltet

  • Regelungen zum Energieausweis,
  • energetische Anforderun­gen für Neubauten,
  • Regelungen für die Modernisierung, den Um- und Ausbau von Altbauten,
  • Regelungen für Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie für die Warmwasserversorgung.

Die letzte Novelle der EnEV ist im Mai 2014 in Kraft getreten. Darin hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Kernelement der Novelle ist eine Anhebung der Effizienzanforderungen für Neubauten um einmalig 25 Prozent ab 1. Januar 2016. Bestandsgebäude sind von diesen Verschärfungen ausgenommen. Zudem wird die Bedeutung des Energieausweises als Informationsinstrument für die Verbraucherinnen und Verbraucher gestärkt.

Gebäude gehören zu den größten Energieverbrauchern

40 Prozent des Energiebedarfs innerhalb der Europäischen Union entfallen auf Gebäude. Schätzungen zufolge könnte jedoch mehr als ein Viertel der im Gebäudebereich benötigten Energie eingespart werden. Insbesondere die Dämmung von Dächern, Außenwänden und Kellerdecken trägt dazu bei, Gebäude vor unkontrollierten Wärmeverlusten zu schützen.

So mussten Hausbesitzer bereits bis Ende 2011 die oberste, begehbare Geschossdecke dämmen, sofern das Dach darüber ungedämmt war. Davon nicht betroffen waren Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die ihr Haus bereits vor dem 1. Februar 2002 bewohnt haben.

Das Bundeskabinett hat bei der letzten Novellierung schärfere Vorgaben für Hausbauer und eine Austauschpflicht für 30 Jahre alte Gas- und Ölheizungen beschlossen. Vor 1985 eingebaute Heizungen müssen demnach bis 2015 ausgetauscht werden. Bisher galt die Pflicht nur für Heizkessel, die vor 1978 eingebaut wurden. Nicht betroffen sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel mit einem hohen Wirkungsgrad. Auch Hauseigentümer, die seit Februar 2002 in Häusern mit 30 alten Heizungen wohnen, sind von der Austauschpflicht ausgenommen.

Ende von Nachtspeicherheizungen war besiegelt - doch Verbot wurde gekippt

Wegen ihrer negativen Umwelt- und Energiebilanz ging es zunächst den Nachtstromspeicherheizungen an den Kragen. So sollten Geräte, die vor dem 1. Januar 1990 eingebaut und seitdem nicht modernisiert wurden, ab 1. Januar 2020 nicht mehr betrieben werden dürfen. Geräte, die nach dem 31. Dezember 1989 installiert wurden, sollten hingegen bis zu 30 Jahre nach ihrem Einbau betrieben werden können. Doch der Bundestag hat das geplante Verbot von Nachtstromheizungen im Mai 2013 wieder gekippt.

Neuerdings werden die Geräte als flexible Stromspeicher entdeckt, die besser auf das je nach Wetter stark schwankende Ökostromangebot reagieren und überschüssigen Strom aufnehmen sollen. Unter anderem der Energiekonzern RWE hat sich stark gemacht für eine Umrüstung der Nachspeicheröfen zu intelligenten, flexiblen Speichern - in Zeiten der Energiewende gibt es oft ein Überangebot. Umweltschützer sprechen jedoch von einem Lobbygeschenk, da die Aufhebung des Verbots das Energiesparen behindere statt fördere.

Energieausweis

Auch die Voraussetzungen zur Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen sind in der Energieeinsparverordnung geregelt. Der Energieausweis dokumentiert die energetischen Eigenschaften von Gebäuden und muss bei Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden ausgestellt werden. Vorteil: Potenziellen Käufern oder Mietern gibt der Gesetzgeber ein Instrument an die Hand, mit dem sie relativ einfach erkennen können, welche Energiekosten (Heizung und Warmwasser) auf sie zukommen werden. Enthielt der Energieausweis in der Vergangenheit nur Kennwerte zum Energieverbrauch, enthalten die seit Mai 2014 ausgestellten Ausweise Energieeffizienzklassen zwischen A+ und H. Diese Angabe muss bereits in der Immobilienanzeige ersichtlich sein.