Am 20. Januar 2009 wurde die DESERTEC Foundation als gemeinnützige Stiftung mit dem Ziel der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft ins Leben gerufen. Entwickelt wurde das DESERTEC-Konzept von einem Netzwerk von Wissenschaftlern, Politikern und Ökonomen aus der Mittelmeerregion. Stiftungsgründer sind die Deutsche Gesellschaft Club of Rome e.V., Mitglieder des internationalen Netzwerks sowie eine Reihe engagierter Privatpersonen. Erklärtes Ziel ist die Umsetzung des DESERTEC-Konzepts, das Klimaschutz und Energiesicherheit mit Entwicklungs- und Sicherheitspolitik verbindet. Die DESERTEC-Vision sieht vor, in den Wüstengegenden der Welt erneuerbare Energie mithilfe von solarthermischen sowie Photovoltaik- und Windkraftwerken zu erzeugen und diese in die Verbrauchszentren zu leiten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Sonnenreiche Wüsten spielen eine besondere Rolle
  3. Kritik an der DESERTEC-Initiative
  4. Gesellschafter steigen nach und nach aus
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Jetzt Stromtarif sichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Wüsten der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit innerhalb eines ganzen Jahres verbraucht.
  • Die erste Fokusregion zur Umsetzung des DESERTEC-Konzepts ist die MENA-Region.
  • Waren zunächst eine Vielzahl von Gesellschaftern an Bord, minimierte sich die Zahl nach und nach.

Sonnenreiche Wüsten spielen eine besondere Rolle

Die Wüsten der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit innerhalb eines ganzen Jahres verbraucht. Wärme aus solarthermischen Kraftwerken ist Tag und Nacht verfügbar und somit eine ideale Ergänzung für Stromnetze mit fluktuierenden erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft und Photovoltaik.

Erste Gespräche wurden in den Jahren 2010, 2011 und 2012 mit Marokko, Tunesien und Algerien geführt. Marokko ist als Partner besonders geeignet, da bereits eine Stromtrasse über Gibraltar nach Spanien führt und die marokkanische Regierung ein eigenes Programm zur Förderung erneuerbarer Energien beschlossen hat.

Die erste Fokusregion zur Umsetzung des DESERTEC-Konzepts ist die MENA-Region (Middle East und North Africa, kurz MENA). Der saubere Strom soll zunächst einen wesentlichen Teil des Eigenbedarfes der MENA-Länder decken und darüber hinaus ab 2020 mittels HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) bis nach Europa geleitet werden. In Europa sollen bis 2050 etwa 15 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden.

Kritik an der DESERTEC-Initiative

Das internationale Großprojekt wird kontrovers diskutiert und hat selbstverständlich neben zahlreichen Befürwortern auch so manchen Kritiker. Während Greenpeace das Projekt begrüßte, hatten kritische Stimmen zuletzt auf potentielle Probleme, die aufgrund der instabilen politischen Lage in den Erzeugerstaaten entstehen könnten, hingewiesen. Die Energieversorgung eines Staates aus externen Quellen berge die Gefahr politischer Abhängigkeit und - im Fall von Konflikten - Erpressbarkeit.

Die wohl deutlichste Kritik äußerte Hermann Scheer, Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien und Präsident von Eurosolar. Er vertritt die Ansicht, das gesamte DESERTEC-Konzept sei unrealistisch, da die praktischen Hindernisse eines derartigen Unterfangens nicht im Mindesten beachtet würden. So hätte sich im Vorhinein keiner der Beteiligten darüber Gedanken gemacht, dass Sandstürme eine besondere Wartung der Anlagen erforderlich machen. Die Kosten für die Instandhaltung der Anlagen übersteigen Scheers Ansicht nach bei weitem die nötigen Aufwendungen für hiesige Anlagen.

Auch die Unterstützung der DESERTEC-Initiative durch die Großkonzerne RWE und E.ON wirft bei Kritikern Fragen auf. Bietet DESERTEC den Energieriesen die Möglichkeit, auch Solarstrom unter Monopolbedingungen herzustellen? Schließlich stammt der im Rahmen der DESERTEC-Initiative erzeugte Solarstrom von einem einzigen Konsortium, das sowohl Produktionsanlagen als auch Transportleitungen kontrolliert. Der Verdacht drängt sich auf, dass die Konzerne lediglich ihre Monopole sichern wollen.

Gesellschafter steigen nach und nach aus

Waren zunächst eine Vielzahl von Gesellschaftern an Bord, minimierte sich die Zahl nach und nach. Zuletzt blieben nur noch drei Unternehmen übrig: Der Stromerzeuger RWE, der saudi-arabische Energiekonzern Acwa Power und der chinesische Netzbetreiber SGCC. Die offene Finanzierung, die politischen Umbrüche und Bürgerkriege in der Region, der Ausbau der Wind- und Solarenergie in Deutschland und zuletzt der Absprung wichtiger Gesellschafter wie Siemens, Münchener Rückversicherung, Bosch, Eon oder Bilfinger ließen die Verwirklichung der Desertec-Vision immer weiter in die Ferne rücken.

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