Balkon-Solaranlage

Während Menschen in anderen europäischen Ländern schon länger mit einer Balkon-Solaranlage selbst Strom produzieren dürfen, können Immobilieneigentümer und Mieter in Deutschland erst seit 2018 von dieser Option Gebrauch machen. Eine Mini-Solaranlage lässt sich recht einfach installieren und senkt die Abhängigkeit vom Energielieferanten. Wer solch ein Balkonkraftwerk anschaffen möchte, sollte jedoch einige Dinge beachten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wie funktioniert eine Balkon-Solaranlage?
  3. Kann ich meine Balkon-Solaranlage selbst anschließen und anmelden?
  4. Lohnt sich eine Balkon-Solaranlage?
  5. Förder-Möglichkeiten
  6. Darauf sollten Sie beim Kauf achten
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Balkon-Solaranlage erzeugt mithilfe eines Photovoltaikmoduls Strom, den der Betreiber in seinem Haushalt verbraucht.
  • Ein Balkonkraftwerk installieren Sie mit ein wenig handwerklichem Geschick problemlos in Eigenregie.
  • Anlagenbetreiber müssen das Kleinkraftwerk sowohl bei der Bundesnetzagentur als auch beim Netzbetreiber anmelden.
  • Eine Mini-Solaranlage amortisiert sich nach etwa fünf bis neun Jahren.

Wie funktioniert eine Balkon-Solaranlage?

Bei einer Balkon-Solaranlage handelt es sich um ein kompaktes Photovoltaikmodul, das einen integrierten Wechselrichter hat. Dieser wandelt den vom Solarmodul produzierten Gleichstrom in Wechselstrom um. Über einen Stecker lässt sich das System mit dem Hausstromkreis verbinden, um die gewonnene Energie ins eigene Netz einzuspeisen und elektrische Geräte wie den Kühlschrank mit Strom zu versorgen. Prinzipiell eignet sich ein solches Mini-Kraftwerk jedoch nicht nur für den Balkon, sondern ebenso für Terrassen und Dachflächen – beispielsweise vor dem Fenster. Es ist auch möglich, eine Balkon-Solaranlage frei aufzustellen.

Moderne Geräte haben immer häufiger einen Speicher, meist ist das ein Lithium-Ionen-Akku. Entsprechende Modelle bieten sich vor allem für den Fall an, dass die Stromerzeugung den Stromverbrauch zumindest zeitweilig übersteigt. Anders als bei konventionellen Photovoltaiksystemen besteht bei einer Mini-Solaranlage nämlich für gewöhnlich nicht die Möglichkeit, den erzeugten Strom ins allgemeine Stromnetz einzuspeisen.

Kann ich meine Balkon-Solaranlage selbst anschließen und anmelden?

Ja, für die Montage eines Balkonkraftwerks ist nicht zwangsläufig ein Techniker notwendig. Wer über etwas handwerkliche Begabung verfügt, kann die Anlage auch selbst installieren. Bei den meisten Modellen gehört ein passendes Befestigungssystem zum Lieferumfang. Wer es sich nicht zutraut, die Mini-Solaranlage selbst anzubringen, kann natürlich auch einen Fachmann beauftragen. Bei Ausführungen mit mehr als 600 Watt Leistung besteht sogar die Verpflichtung dazu.

Anmeldung der Balkon-Solaranlage in jedem Fall notwendig

Die Europäische Union schätzt Stecker-Solargeräte bis 800 Watt in ihrer Niederspannungsrichtlinie als nicht regelungsbedürftig ein. Trotzdem sind Besitzer einer solchen Anlage verpflichtet, sie sowohl beim Netzbetreiber als auch bei der Bundesnetzagentur anzumelden. Die Netzbetreiber stellen das dazu erforderliche Formular für gewöhnlich auf ihren Websites bereit. Bei Balkon-Solaranlagen mit einer Leistung von mehr als 600 Watt ist dagegen ein Elektroinstallateur für die Anmeldung beim Netzbetreiber verantwortlich. Für die Meldung bei der Bundesnetzagentur müssen sich Anlagenbetreiber im Marktstammdatenregister anmelden.

Welche Regelungen gelten für Mieter?

Prinzipiell dürfen auch Mieter eine Balkon-Solaranlage installieren. Allerdings benötigen sie dafür die Zustimmung des Eigentümers beziehungsweise der Eigentümergemeinschaft. Da die Anlage im Besitz des Mieters ist, kann er diese im Falle eines Umzugs natürlich abmontieren und mitnehmen. Mieter müssen ihre Mini-Solaranlage ebenso bei der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber anmelden.

Lohnt sich eine Balkon-Solaranlage?

Eine Mini-Solaranlage kostet zwischen 300 und 600 Euro. Die meisten Geräte besitzen zwei Solarmodule mit einer Leistung von jeweils 300 Watt. Unter optimalen Bedingungen produziert die Anlage jährlich etwa 400 Kilowattstunden Strom zu Kosten von circa 10 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Strompreis von 28 Cent je Kilowattstunde ergibt sich damit eine jährliche Ersparnis in Höhe von 72 Euro. Demzufolge amortisiert sich ein solches Photovoltaikmodul nach fünf bis neun Jahren. Im Einzelfall können sich jedoch Abweichungen ergeben, da verschiedene Faktoren einen Einfluss auf die Menge des produzierten Stroms haben. Dazu gehören neben dem Wetter auch der Ort der Anbringung und die Ausrichtung der Anlage.

Ob sich eine Balkon-Solaranlage lohnt, hängt für viele Verbraucher nicht einzig und allein von den Kosten ab. Für zahlreiche Menschen ist ebenso die Senkung des persönlichen CO2-Ausstoßes ein Kaufargument. Darüber hinaus ermöglicht es ein derartiges Photovoltaik-System, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen.

Gibt es Förderungen für Mini-Solaranlagen?

Grundsätzlich kommen für die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auch Kleinkraftwerke infrage. Angesichts der im Vergleich zu normalen Solaranlagen niedrigen Anschaffungskosten und des hohen bürokratischen Aufwands lohnt es sich nicht, die Förderung zu beantragen. Darüber hinaus enthalten fast alle Anmeldeformulare der Netzbetreiber eine Verzichtserklärung auf die Vergütung. Da der Durchschnittsverbraucher abzüglich seines Eigenanteils lediglich circa 200 Kilowatt ins Netz einspeisen würde, ist es nur allzu verständlich, dass die Energieunternehmen sich für diese Vorgehensweise entschieden haben.

Worauf sollten Verbraucher beim Kauf einer Balkon-Solaranlage achten?

Da aus technischer Sicht die Möglichkeit besteht, dass es zur Einspeisung der überschüssigen Energie in die öffentlichen Netze kommt, würde ein gewöhnlicher Stromzähler rückwärts laufen. Aus diesem Grund benötigen Betreiber einer Mini-Solaranlage stets einen Zweirichtungszähler. Wer einen alten Zähler besitzt, sollte sich bei seinem Netzbetreiber melden; dieser tauscht die Geräte aus.

Darüber hinaus existiert mit der DIN VDE 0100-511 eine Norm, in der Sicherheitsanforderungen an Balkon-Solaranlagen festgehalten sind. Dazu gehört vor allem eine spezielle Energiesteckvorrichtung mit Kennzeichnung der maximalen Anschlussleistung. Allerdings dürfen die Hersteller auch Anlagen anbieten, die über einen Anschluss für gewöhnliche Haushaltssteckdosen verfügen. Der Verband der Elektrotechnik (VDE) warnt jedoch vor entsprechenden Ausführungen, da sich normale Schutzkontaktsteckdosen eigentlich nicht für Geräte eignen, die Strom ins Netz einspeisen. Stattdessen sei es notwendig, eine spezielle Einspeisesteckdose installieren zu lassen.

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