Strom sparen im Haushalt
Stand: 03.12.2025
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Das Wichtigste in Kürze
- Schon kleine Verhaltensänderungen senken den Stromverbrauch deutlich.
- Beim Neukauf lohnt sich ein Blick auf die Energieeffizienzklasse.
- Der Wechsel des Stromanbieters reduziert die Stromkosten weiter.
Überall im Haushalt verstecken sie sich: die heimlichen Energiefresser. Wir sagen Ihnen, wo Sie sie finden und mit welchen einfachen Tricks Sie Strom und bares Geld sparen.
Stromverbrauch im Haushalt
Um zu wissen, wie Sie im Haushalt Strom sparen können, lohnt es sich, zu schauen, wo Sie am meisten Strom verbrauchen und ob es vermeintliche Stromfresser gibt, die Sie kurz- oder mittelfristig austauschen sollten.

Mehr als die Hälfte des im Haushalt verbrauchten Stroms wird zum Kochen und Kühlen verwendet. Dazu kommt ein weiteres Viertel für Kommunikations- und Unterhaltungselektronik. Das ist viel, aber alle drei Bereiche bieten – neben weiteren – gute Möglichkeiten, Strom einzusparen.
Stromspartipps für die Küche
Kochen und Backen
Beim Kochen senken schon kleine Maßnahmen den Stromverbrauch. So wird mit einem passenden Topfdeckel etwa zwei Drittel weniger Energie benötigt. Darüber hinaus sollte die Topfgröße immer zur Größe der benutzten Herdplatte passen. Jeder Zentimeter, den der Topf kleiner als die Herdplatte ist, führt zu 20 bis 30 Prozent Mehrverbrauch. Wer mit Umluft backt, kann die Temperatur 20 bis 30 Grad niedriger einstellen als bei Ober- und Unterhitze. Das spart bis zu 40 Prozent der Stromkosten.
Weil Elektroherde wahre Stromfresser sind, sollten für kleinere Kochaktivitäten Wasserkocher, Mikrowelle oder Toaster benutzt werden. Ein Beispiel: Wer die Brötchen auf dem Toaster anstatt im Ofen aufbackt, kann bis zu 70 Prozent Energie einsparen. Langkochende Gerichte sollten in einem Schnellkochtopf zubereitet werden; das geht doppelt so schnell und verbraucht 30 Prozent weniger Strom.
Falls Sie diese Tipps bereits beherzigen, hilft Ihnen ein Stromvergleich, zusätzlich Stromkosten zu sparen.
Spülen
Ein Geschirrspüler spart nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Während beim Handabwasch 40 bis 60 Liter Wasser den Abfluss hinunterrauschen, sind es bei modernen Geschirrspülern durchschnittlich nur zwischen 9 und 15 Liter. Außerdem benötigt der Geschirrspüler nur halb so viel Strom wie das Spülen mit der Hand. Damit die Reinigungskraft des Geschirrspülers auch richtig zur Entfaltung kommt, sollte die Siebkombination regelmäßig gereinigt werden. Schalten Sie die Maschine nach dem Spülvorgang einfach aus: So trocknet das Geschirr durch die Eigenwärme, ein maschineller Trockengang ist überflüssig.
Kühlen und Gefrieren
Generell sind Kühlschränke am energieeffizientesten, wenn sie gut gefüllt sind. Deshalb sollte die Größe auch an den Haushaltsbedarf angepasst werden. Ist der Kühlschrank nur halb gefüllt, dienen Tetrapacks als Kältespeicher. Kühlgeräte sollten nie direkt neben Wärmequellen wie Herd oder Heizung platziert werden. Wer die Raumtemperatur um 1 Grad senkt, spart circa 3 Prozent Strom bei Gefriergeräten und etwa 6 Prozent bei Kühlgeräten. Die ideale Kühlschranktemperatur liegt bei etwa 7 Grad, im Gefrierschrank ist eine Temperatur von -18 Grad empfehlenswert – niedrigere Temperaturen bedeuten einen höheren Stromverbrauch. Wenn Sie den Kühl- und Gefrierschrank regelmäßig abtauen, können Sie den Stromverbrauch noch weiter senken.
Wer ein neues Gerät kauft, sollte das Energieeffizienzlabel beachten. Grundsätzlich gilt: Gefriertruhen sind sparsamer als Gefrierschränke. Kühl- und Gefrierkombinationen haben den höchsten Energieverbrauch.
Easy Stromspar-Tipps für die Küche
- Kühlschrank: Clever füllen, schnell schließen und optimalen Standort wählen.
- Backofen: Bei längeren Back- und Schmorgerichten den Backofen frühzeitig abschalten und auf Vorheizen verzichten.
- Herd: Töpfe in der passenden Größe inklusive Deckel verwenden und Restwärme nutzen.
- Kochen: Wasser mit dem Wasserkocher erhitzen.
- Küchenhelfer an Steckerleiste mit Kippschalter anschließen, statt Stand-by-Modus.
Stromspartipps zum Wäschewaschen und Trocknen
Um beim Wäschewaschen Strom und Wasser zu sparen, sollten Sie die Waschmaschine immer voll beladen und das richtige Waschprogramm auswählen. Neuere Waschmaschinen unterstützen Sie beim Waschen, indem sie die Ladung automatisch wiegen und die Wassermenge sowie die Dosierung des Waschmittels entsprechend anpassen. Nutzen Sie, wenn möglich, Energiesparprogramme. Diese dauern zwar länger als normale Waschprogramme, sind aber weitaus wasser- und stromsparender. Vermeiden Sie stattdessen Kurzprogramme: Da diese die Wäsche in kürzerer Zeit genauso sauber waschen sollen wie die normalen Waschprogramme, verbrauchen sie dabei mehr Strom.
Zusätzlich sollten Sie Ihre Wäsche möglichst bei niedrigen Temperaturen waschen, denn ein hoher Anteil des Stroms wird für die Erhitzung des Wassers benötigt. 30 Grad Celsius reichen meist schon aus, um die Wäsche sauber zu halten; hartnäckige Flecken können Sie vorher einweichen. Für Handtücher und Bettwäsche sind 40 bis 60 Grad ausreichend, für Feinwäsche sind 20 Grad zudem materialschonender.
Trockner sind Energiefresser: Pro Ladung werden schnell 50 Cent oder mehr für Strom benötigt. Gerade im Sommer lässt sich die Wäsche aber auch schnell und einfach auf der Wäscheleine trocknen. Wer auf den Trockner nicht verzichten kann, sollte darauf achten, das Gerät voll zu beladen und die Wäsche nicht zu "übertrocknen". Je besser die Wäsche bereits in der Waschmaschine geschleudert wurde, desto weniger Arbeit muss der Trockner verrichten.
Stromspartipps fürs Bad
Ein Heizlüfter bringt das Badezimmer morgens schnell "auf Temperatur". Doch Heizen mit Strom ist teuer. Für ein 2000-Watt-Gerät belaufen sich die Stromkosten in nur einer Heizperiode auf über 50 Euro. Investieren Sie dieses Geld lieber in programmierbare Thermostate. Einmal eingestellt, ist es zur Duschzeit angenehm warm.
Bei Boilern ist eine Wassertemperatur von 60 Grad völlig ausreichend. Weiter sollten Sie aber nicht herunterdrehen, da sonst Keime im Wasser nicht mehr ausreichend abgetötet werden. Kleinere Wasserboiler, beispielsweise für das Waschbecken, können über Nacht ausgeschaltet werden. Ansonsten heizt sich das Wasser immer wieder unnötig auf, obwohl es gar nicht benötigt wird.
Stromspartipps für Computer und Unterhaltungselektronik
Je leistungsfähiger ein Rechner ist, desto höher ist sein Stromverbrauch. Wer ausschließlich klassische Büroanwendungen nutzt, kann durch die Wahl eines geeigneten PCs den Stromverbrauch deutlich senken. Wer auf einen leistungsstarken Rechner nicht verzichten kann oder will, sollte neben der Performance auch die Energieeffizienz im Auge behalten. Wenn Sie richtig Stromkosten sparen wollen, legen Sie sich am besten ein Notebook zu. Es ist deutlich energieeffizienter als ein Desktop-PC mit vergleichbarer Ausstattung.
Bei Arbeitspausen von mehr als zehn Minuten lohnt sich das Abschalten des Monitors. Bildschirmschoner hingegen sparen null Energie. Ganz im Gegenteil: Die animierten Grafiken belasten den Prozessor meist stärker als ein Textverarbeitungsprogramm. Das treibt die Stromkosten in die Höhe.
Beim Fernseher gilt: Je größer die Bildschirmdiagonale ist, desto mehr Strom wird verbraucht – das sollte bei der Wahl stets im Hinterkopf bleiben. Wichtig ist vor allem der eigene Bedarf: Passen Bildschirm- und Wohnzimmergröße zusammen? Kann ich den nötigen Sitzabstand zum TV-Gerät einhalten? Bei Auslieferung sind die Geräte meist auf maximale Leistung getrimmt. Wer Helligkeit und Kontrast anpasst, spart nicht nur Strom, sondern verbessert auch das individuelle Fernseherlebnis.
Bye bye Stand-by
Im Arbeits- und Wohnzimmer befinden sich oft Geräte, die in vielen Haushalten auch dann im Stand-by-Modus sind, wenn sie nicht benutzt werden. Unterhaltungs- und Kommunikationsgeräte wie PC, Laptop, Scanner, Drucker, Fernseher und Spielkonsolen werden dann schnell zu Stromfressern. Hier kann eine Funksteckdose helfen: Die Geräte werden über eine Mehrfachsteckdose versorgt, die sich mit einer Funkfernbedienung als Hauptschalter ein- oder ausschalten lässt, wodurch Sie Strom sparen. Einige dieser Steckdosen besitzen eine automatische Abschaltfunktion, die die Stromzufuhr unterbricht, wenn das Gerät länger nicht genutzt wird. Solche Funksteckdosen-Sets gibt es schon für gut zehn Euro im Baumarkt. Damit verbrauchen Sie pro Tag zehn bis 50 Watt weniger im Haushalt. Alternativ können Sie auch manuell abschaltbare Mehrfachsteckdosen mit Kippschalter nutzen.
Easy Stromspar-Tipps für Büro & Wohnzimmer
- Grün spielen: Spielkonsolen und ein großer 4K-Fernseher sorgen für ein cineastisches Film- und Spielerlebnis – mit hohen Stromkosten. Überlegen Sie sich, welche Geräte Sie wirklich benötigen, und achten Sie beim Kauf auf eine möglichst effiziente Energieklasse.
- Richtige Stimmung: Wer beim Fernsehen ein wenig Licht anlässt, muss den Bildschirm weniger hell einstellen und schont die Augen.
- Blauer Engel: Dieses Siegel verweist auf energiesparende Geräte und eine klimafreundliche Herstellung mit geringer Schadstoffbelastung.
- Stand-by vermeiden: Steckerleisten mit Kippschalter oder Funksteckdosen versorgen mit Strom nach Bedarf und sind per Fernbedienung praktisch zu handhaben.
Stromspartipps für die Beleuchtung
Wer noch alte Glühlampen und Halogenleuchter benutzt, sollte diese durch LEDs ersetzen. Denn LED-Lichter erreichen die gleiche Helligkeit einer 60-Watt-Glühbirne mit nur 10 Watt. Am einfachsten lässt sich jedoch Strom sparen, wenn man das Licht gar nicht erst einschaltet. Anstatt in allen Räumen gleichzeitig und viele Lampen parallel anzuschalten, nutzen Sie das Licht nur dort, wo Sie es gerade brauchen. In der Küche reicht eine gezielte Beleuchtung unter Hängeschränken, wenn nur kurz der Tee aufgegossen werden soll.
In Fluren oder Abstellkammern kann ein Bewegungsmelder sinnvoll sein, der das Licht nach wenigen Minuten erlöschen lässt. Mit Zeitschaltuhren können Sie Dekorationsbeleuchtung zu Weihnachten oder draußen im Garten automatisch an- und ausschalten.
Mit Smarthome den Energieverbrauch reduzieren
Mehr Technik benötigt in der Regel mehr Strom, sie kann aber auch dabei unterstützen, Strom zu sparen. Dafür ist es nicht nötig, gleich das gesamte Haus zu vernetzen. Mithilfe von WLAN-Steckdosen und Zwischenschaltern lassen sich einzelne Geräte wie Kaffeemaschine, Fernseher oder die Anlage mit einer App verbinden und bequem vom Bett oder der Couch aus steuern und zeitlich programmieren, ohne dass das Gerät auf dem Stand-by-Modus bleiben muss. Einige Funk- und WLAN-Steckdosen messen zusätzlich den Energieverbrauch des jeweiligen Geräts und zeigen ihn direkt auf dem Smartphone an. Wer nach und nach mehr Geräte anschließen oder miteinander verbinden möchte, benötigt ein Gateway – eine Art Smarthome-Zentrale.
Intelligente WLAN-Thermostate, über die sich die Heizung steuern lässt, unterstützen dabei, die Heizkosten zu senken, indem sie die Heizung an die Gegebenheiten anpassen und sich programmieren lassen.
Wer zunächst seinen Energieverbrauch ermitteln und über einen längeren Zeitraum beobachten möchte, kann mit verschiedenen Energie-Spar-Apps seinen Stromzählerstand scannen und auswerten.
Heizenergie sparen
Eine elektrisch betriebene Heizung, wie zum Beispiel eine Nachtspeicherheizung, Infrarotheizung oder ein Heizlüfter, benötigt viel Strom und sollte daher als Zusatzheizung für selten genutzte Räume verwendet werden. Für einen Dauerbetrieb sind diese meist ungeeignet, weil viel zu teuer. Hier kann sich ein Energiewechsel bezahlt machen. Es hilft auch schon, die Heizung über Nacht aus- oder zumindest herunterzuschalten. Lassen Sie die Räume dabei nicht völlig auskühlen, ein erneutes Hochheizen würde dann wiederum viel Energie kosten.
Heizungspumpe austauschen
Ein großer Stromfresser im Haushalt wird von vielen Verbrauchern gar nicht bemerkt: Die Heizungspumpe, die dafür sorgt, dass heißes Wasser in die Heizkörper gelangt, wird mit Strom betrieben. Ist die Heizungspumpe veraltet oder falsch eingestellt, verbraucht sie jede Menge unnötigen Strom. Wer keine brandneue Heizungsanlage besitzt, sollte daher die Heizungspumpe prüfen und bei Bedarf auswechseln.
Easy Tipps für Licht, Heizung und Warmwasser
- Beleuchtung: Licht nur dann und dort einschalten, wo es gebraucht wird, und LED-Lampen verwenden.
- Smart regeln: Heizung und Klimaanlage lassen sich genauso wie Lichter bequem über Apps regeln und steuern, um Strom zu sparen. Intelligente Systeme können sich sogar selbst in einen energieeffizienten Zustand versetzen.
- Warmwasser: Wer einen Wasserboiler in Küche oder Bad nutzt, kann diesen per Zeitschaltuhr einstellen, um bei Bedarf Warmwasser zu haben, ohne tagsüber draufzuzahlen.
- Heizung: Elektroheizung möglichst nur bei Bedarf und selten verwenden, ansonsten herunterregulieren.
- Regelmäßige Kontrolle: Lassen Sie Ihre Heizungsanlage im Haus regelmäßig überprüfen, um defekte Teile oder schlecht gedämmte Stellen ausfindig zu machen.
Stromtarif wechseln
Eine weitere, einfache Möglichkeit, die Stromkosten erheblich zu reduzieren, ist ein Stromanbieterwechsel. Richtige Sparfüchse wechseln jährlich den Stromtarif, um nicht nur von günstigen Strompreisen, sondern auch von Neukunden- und Sofortboni zu profitieren. Mit einem Strompreisvergleich finden Sie schnell und einfach einen günstigen Stromtarif.