Strom aus erneuerbaren Energien: Woher kommt Ökostrom?
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Ökostrom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen, belegt durch Herkunftsnachweise beim Umweltbundesamt. Er wird über das allgemeine Stromnetz an die Verbraucher verteilt. Da alle Stromarten in einem gemeinsamen Netz fließen, stellt sich für viele Verbraucher die Frage, wie solche Tarife tatsächlich funktionieren und welche Rolle sie spielen.
Das Wichtigste in Kürze
- Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt von Wind, Sonne, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie – nicht aus fossilen Brennstoffen oder Kernkraft.
- Anbieter von Strom aus erneuerbaren Energiequellen speisen diesen in das allgemeine Stromnetz ein.
- Im Stromnetz vermischen sich alle Stromarten. Es ist technisch unmöglich, einzelnen Haushalten einen bestimmten Anteil "ihres" Stroms aus erneuerbaren Quellen zuzuordnen.
- Die Nachfrage nach Tarifen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen beeinflusst die Stromerzeugungsmix: Je mehr Verbraucher solche Tarife wählen, desto mehr Strom aus regenerativen Quellen wird ins Netz eingespeist.
Strom aus erneuerbaren Energiequellen kommt aus verschiedenen Quellen
Ökostrom ist Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammt, was Herkunftsnachweise beim Umweltbundesamt belegen. Zu diesen Energiequellen gehören Wind, Sonne, Erdwärme, Wasser und Biomasse.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland 2023 bei etwa 55 Prozent. Zu den erneuerbaren Energiequellen gehören:
- Wind: Windkraftanlagen und Windparks
- Wasser: Wasserkraftwerke
- Sonne: Photovoltaik-Anlagen und Solarthermie-Anlagen
- Biomasse: beispielsweise in Form von festen Brennstoffen oder als Gas
- Erdwärme: Geothermie-Technik in der tiefen oder oberflächennahen Erdwärmenutzung
Wie funktioniert ein Tarif für Strom aus erneuerbaren Energiequellen?
Wer einen Tarif für Strom aus erneuerbaren Energiequellen abschließt, fragt sich oft: Woher genau kommt dieser Strom? Die Antwort ist technisch bedingt: Es gibt keine separate Stromleitung oder ein eigenes Netz nur für Strom aus erneuerbaren Quellen. Aller Strom – ob aus Wind, Kohle oder Gas – fließt in ein gemeinsames, bundesweites Stromnetz ein und wird von dort zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern transportiert.
Bei einem Tarif für Strom aus erneuerbaren Energiequellen speist der Anbieter eine Menge Strom aus regenerativen Quellen in dieses gemeinsame Netz ein, die dem Stromverbrauch seiner Kundinnen und Kunden entspricht. Dieser Strom kann sich auf dem Weg zur Verbrauchsstelle technisch nicht vom übrigen Strom unterscheiden – es ist physikalisch unmöglich zu bestimmen, ob der Strom aus der Steckdose von einer Windkraftanlage oder einem Kohlebergwerk stammt. Nach der Einspeisung ins Netz fließt der Strom immer zu den nächstgelegenen Verbrauchsstellen.
Was bedeutet das für den einzelnen Haushalt?
Ein Haushalt mit einem Tarif für Strom aus erneuerbaren Energiequellen erhält also nicht zwangsläufig den Strom von einer bestimmten regenerativen Energiequelle oder von einer bestimmten Anlage. Sein tatsächlicher Stromfluss kann aus verschiedenen Quellen stammen – sowohl erneuerbar als auch konventionell.
Dennoch hat die Wahl eines solchen Tarifs eine konkrete Auswirkung: Je mehr Haushalte einen Tarif für Strom aus erneuerbaren Energiequellen wählen, desto mehr Strom aus regenerativen Quellen speisen die Anbieter in das Stromnetz ein. Dies erhöht faktisch den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromnetz und verringert die Menge fossil erzeugten Stroms, der eingespist wird. Auf diese Weise beeinflussen Verbraucherinnen und Verbraucher die Stromquellenzusammensetzung des Gesamtnetzes indirekt.
Fazit: Transparenz und Marktauswirkung
Ein Tarif für Strom aus erneuerbaren Energiequellen führt nicht dazu, dass ein Haushalt physikalisch Strom aus regenerativen Quellen aus seiner Steckdose erhält – das ist technisch unmöglich. Allerdings bewirkt die Nachfrage nach solchen Tarifen, dass mehr Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz eingespeist wird. Dies trägt zum Ausbau erneuerbarer Energiekapazitäten bei.