EU-Energielabel

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Das gesetzlich vorgeschriebene EU-Energielabel prangt auf zahlreichen Produkten. Es dient bereits seit 1996 als Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Haushaltsgeräten. Für etwa 80 Prozent der Deutschen stellen die auf dem Etikett ausgewiesenen Informationen ein wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung dar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das EU-Energielabel informiert Verbraucher über die Energieeffizienz verschiedener Elektrogeräte.
  • Zur Darstellung des Energieverbrauchs dient eine Farbskala, die von Dunkelgrün (sehr niedriger Verbrauch) bis Dunkelrot (sehr hoher Verbrauch) reicht.
  • Die Bewertungsskala umfasst die Klassen A bis G, wobei Kategorie A in A+ bis A+++ unterteilt ist.
  • Je nach Produktgruppe sind zusätzliche Informationen auf dem Energielabel vermerkt.

Was ist das EU-Energielabel?

Das EU-Energielabel gibt Auskunft über die Energieeffizienz verschiedener Güter. Im Detail handelt es sich um eine vereinheitlichte sprachunabhängige Kennzeichnung, die insbesondere elektronische Haushaltgeräte, aber auch Heizungsanlagen und Autos betrifft. Das Etikett informiert Verbraucher nicht nur über die Energieeffizienzklasse eines Produkts, sondern beinhaltet auch umweltrelevante Daten wie die Lautstärke oder den Strom- beziehungsweise Wasserverbrauch. Die Angaben ermöglichen es Käufern, den Ressourcenverbrauch eines Produkts einzuschätzen und damit sparsame Geräte auf einen Blick zu erkennen. Mit dem Energielabel möchte die Europäische Union ihre Bürger in erster Linie zum Kauf energieeffizienter Geräte animieren.

Wer vergibt das Energielabel?

Obwohl die Europäische Union der Herausgeber des Energielabels ist, liegt die Zuständigkeit für notwendige Messungen sowie die Erstellung und Lieferung der Etiketten bei den Herstellern beziehungsweise bevollmächtigten Vertretern und Importeuren. Wer ein kennzeichnungspflichtiges Produkt in einem EU-Land vertreiben möchte, muss dieses seit Anfang 2019 vor der Markteinführung in der Europäischen Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung (kurz EPREL) eintragen. Darüber sind die Hersteller verpflichtet, eine technische Dokumentation anzufertigen. Für die Erstellung der Energieetiketten steht ein Online-Generator zur Verfügung.

Was ist eine Energieeffizienzklasse?

Die Energieeffizienzklassen (EEK) bilden die Skala des Energielabels. Die Anzahl der Klassen unterscheidet sich jedoch je nach Produktgruppe. Als beste – also energieeffizienteste – Kategorie gilt immer A+++. Falls die Klasse in einer Produktgruppe nicht existiert, ist A++ die Kategorie mit der höchsten Energieeffizienz. Je nach Produkt reichen die Energieeffizienzklassen bis Stufe G.

Zur Darstellung des Energieverbrauchs nutzt das Energielabel Farbabstufungen von Dunkelgrün (sehr hohe Energieeffizienz) bis Dunkelrot (sehr schlechte Energieeffizienz). Allerdings hat die EU gewisse Mindeststandards festgelegt. Neue Wäschetrockner müssen seit November 2015 beispielsweise mindestens die Energieeffizienzklasse B aufweisen.

Um die Energieeffizienz zu ermitteln, erstellen die zuständigen Behörden für ein bestimmtes Produkt zunächst verschiedene Größenklassen mit Referenzwerten. Bei Fernsehern erfolgt die Einteilung zum Beispiel anhand der Bildschirmdiagonale und bei Kühlschränken nach ihrem Volumen. In welcher Energieeffizienzklasse ein Gerät landet, hängt von seinem Energieverbrauch ab.

Welche Geräte müssen über das EU-Energielabel verfügen?

Für welche Produktgruppen das Energielabel hierzulande verpflichtend ist, darüber gibt die sogenannte Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV) Auskunft. Aktuell besteht eine Kennzeichnungspflicht für folgende Gerätetypen:

  • Kühl- und Gefrierschränke sowie Kombigeräte
  • Waschmaschinen
  • Wäschetrockner
  • Geschirrspüler
  • Leuchtmittel
  • Raumklimageräte
  • Backöfen
  • Dunstabzugshauben
  • Fernseher
  • Autos
  • Staubsauger (aufgrund eines Gerichtsurteils vom Januar 2019 vorerst keine Kennzeichnungspflicht mehr)
  • Heizgeräte
  • Warmwasserbereiter beziehungsweise -speicher

Die Hersteller müssen das EU-Energielabel gut sichtbar an der Vorder- beziehungsweise Oberseite jedes kennzeichnungspflichtigen Produkts anbringen. Darüber hinaus sind die Energieeffizienzklassen auch in Werbeprospekten und den produktbegleitenden Informationen zu finden.

Das Energielabel für Heizungen

Da mehr als 75 Prozent des Energiebedarfs privater Haushalte aufs Heizen und die Warmwasserbereitung entfällt, hat die Europäische Kommission auch hier eine Kennzeichnungspflicht eingeführt. Seit September 2015 müssen Heizungsanlagen das EU-Energielabel aufweisen, wobei ursprünglich eine Einteilung von A++ bis G erfolgte. Seit September 2019 existieren die Klassen E bis G nicht mehr, dafür jedoch die Energieeffizienzklasse A+++. Das Label stellt außerdem Informationen zur Heizleistung, zum Wirkungsgrad und zur Geräuschbelastung bereit.

Das Energielabel für Kühlschränke

Kühlschränke müssen bereits seit 1998 über eine Energieverbrauchskennzeichnung verfügen. Auch wenn die Skala in dieser Produktgruppe von A+++ bis D reicht, dürfen die Hersteller aufgrund der hohen EU-Anforderungen lediglich neue Geräte mit den Klassen A+ bis A+++ auf den Markt bringen. Für die Bewertung in diesem Segment ist insbesondere der Stromverbrauch in Relation zum Fassungsvermögen von Bedeutung. Des Weiteren informiert das Label über die Betriebslautstärke und das Volumen des Geräts.

Das Energielabel für Waschmaschinen

Bei Waschmaschinen liefert das Energieetikett Informationen zum Strom- und Wasserverbrauch, zur Geräuschentwicklung sowie zum Fassungsvermögen. Die Bewertungsskala unterteilt Geräte in die Klassen A+++ bis D, wobei die Energieeffizienzklasse A+ seit 2013 als gesetzliche Mindestanforderung gilt. Den Verkauf von Lagerware gestattet der Gesetzgeber jedoch. Zusätzlich lassen sich auf dem Label auch Informationen zur Schleuderleistung finden. Das Bewertungssystem umfasst hier die Klassen A bis G.

Das Energielabel in der Zukunft

Ursprünglich existierten lediglich die Energieeffizienzklassen A bis G. Da die Geräte immer effizienter wurden, führte die Europäische Union die Klassen A+, A++ und A+++ ein. Die Referenzwerte haben sich aber nicht geändert, weswegen immer mehr Produkte eine sehr gute Einschätzung erhalten. Aus Verbrauchersicht stiftet dies Verwirrung. Um für eine bessere Vergleichbarkeit zu sorgen, hat der Staatenbund beschlossen, das System zu reformieren. In diesem Zusammenhang streicht die EU die +-Klassen, sodass für alle Gerätetypen wieder die Einteilung von A bis G erfolgt (mit angepassten Referenzwerten). Die Umstellung soll schrittweise bis 2021 erfolgen.