Zeitung: EDF plant weitere AKW in Großbritannien

09.05.2008 | 09:20

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Hamburg (dpa-AFX) - Der staatliche Energiekonzern Electricité de France (EDF) arbeitet einem Pressebericht zufolge an einer Alternative für den Fall, dass die versuchte Übernahme des Kraftwerksbetreibers British Energy fehlschlägt. Europas größter Stromproduzent habe in Großbritannien unbemerkt Grundstücke in Wylfa und Hinkley Point gekauft, berichtet die "Financial Times" am Freitag. Damit solle die Voraussetzung für den Bau neuer Kraftwerke geschaffen werden, sollte der Kauf von British Energy nicht gelingen.

An diesem Freitag läuft die Angebotsfrist für die 35-Prozent-Beteiligung des britischen Staats an British Energy ab. Dem Bericht zufolge wird erwartet, dass sowohl die französische EDF als auch RWE ein Gebot vorlegen. Der Kauf der Beteiligung würde automatisch ein Gebot für das Gesamtunternehmen auslösen. Die Übernahmespekulationen haben den Marktwert von British Energy in die Höhe getrieben. Der Konzern gilt als strategisch gut gerüstet für die Renaissance der Atomkraft in Großbritannien, kontrolliert er doch die meisten Standorte für den Bau neuer Reaktoren.

Die Käufe wurden laut dem Bericht bislang nicht publik gemacht und könnten vor Ort Sorgen über eine mögliche Vergrößerung der Atomstandorte auslösen. EDF hat noch keine Genehmigung zum Bau von Reaktoren auf dem erworbenen Land beantragt. Das Land, das die Franzosen bei Hinkley Point erworben haben, gilt als einer der attraktivsten Atomstandorte in Großbritannien. Es würde ausreichend Fläche bieten, einen Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) mit einer Kapazität von 1.600 Megawatt zu errichten. EDF will bis zum Jahr 2025 bis zu fünf dieser Reaktoren in Großbritannien bauen.