Neuer Rekord: Elektroautos fuhren noch nie so viel günstiger als Verbrenner
Stand: 17.09.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg – Die hohen Spritpreise machen Elektroautos immer attraktiver, denn ihre Antriebskosten sind im Vergleich zu Verbrennern so niedrig wie nie. Wer ein E-Auto der Mittel- oder Oberklasse zu Hause auflädt, hat aktuell rund 70 Prozent niedrigere Antriebskosten als mit einem Benziner und rund 56 Prozent niedrigere als mit einem Dieselfahrzeug. Das hat eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergeben.
Benzinkosten drei Mal höher als Stromkosten
Im September 2026 liegt der durchschnittliche Haushalts-Strompreis bei 32,29 Cent pro Kilowattstunde. Ein Modell der Mittel-/Oberklasse mit einem Durchschnittsverbrauch von 16,9 kWh verursacht somit bei einer Fahrleistung von 100 km Stromkosten von rund 5,44 Euro.
Bei einem Wagen der Mittel-/Oberklasse kostete die gleiche Fahrleistung in den vergangenen sieben Tagen bei einem Benziner rund 18,02 Euro und bei einem Diesel rund 12,47 Euro. Damit war das Fahren mit einem Elektroauto im Durchschnitt 70 Prozent günstiger als mit Benzin E10 und 56 Prozent günstiger als mit Diesel.
Ein Liter Diesel war in den letzten sieben Tagen mit durchschnittlich 2,40 Euro zwar teurer als ein Liter Benzin E10 (2,28 Euro), der Durchschnittsverbrauch auf 100 km ist mit 5,2 Litern jedoch deutlich niedriger als bei einem Benziner mit 7,9 Litern.
"Die Differenz der Antriebskosten zwischen E-Autos und Verbrennern ist aktuell besonders groß. Der Umstieg auf ein E-Auto wird dadurch noch attraktiver. Um den vollen Preisvorteil bei den Antriebskosten nutzen zu können, ist jedoch eine heimische Wallbox notwendig", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.
Aufladung an der Wallbox deutlich günstiger als an Ladesäulen
Ein Vergleich der Strompreise zeigt: Das Laden mit Haushaltsstrom an der Wallbox (32,29 Cent/kWh) ist deutlich günstiger als das Laden an öffentlichen Ladesäulen (52 Cent/kWh bei Normalladung bzw. 60 Cent/kWh bei Schnellladung, Stand: März 2025). Das Laden unterwegs ist 61 Prozent (Normalladung) bzw. 86 Prozent (Schnellladung) teurer als zu Hause.
Im Vergleich zu Benzin und Diesel ist das Aufladen selbst an teuren Ladesäulen jedoch günstiger als die Fahrt mit einem Verbrenner. So verursachte die Normalladung an einer Ladesäule im März 2025 Stromkosten von 8,77 Euro für 100 km, per Schnellladung waren es 10,12 Euro. Damit war selbst die teure Schnellladung 44 Prozent günstiger als Benzin und 18 Prozent günstiger als Diesel.
"E-Autos lohnen sich vor allem für Haushalte, die das Auto zu Hause günstig aufladen können. Wer zusätzlich zu einer eigenen Wallbox noch eine Photovoltaikanlage mit Heimspeicher hat, kann mit einem guten Energiemanagementsystem die Antriebskosten des E-Autos noch weiter senken. Weniger lohnend sind E-Autos für Haushalte, die keine eigene Wallbox haben und auf öffentliche Ladesäulen angewiesen sind", sagt Thorsten Storck.
Methodik
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis wurde anhand des Verivox Haushaltspreis Strom erhoben. Die durchschnittlichen Benzin- und Dieselpreise stammen von Tankerkoenig.de.
Laut einer Umfrage des Energieversorgers Eon im Jahr 2025 laden 71 Prozent der Besitzerinnen und Besitzer von Elektroautos5 in der Regel zu Hause auf. Daher ist für einen Kostenvergleich der durchschnittliche Strompreis für Haushalte (31,24 Cent/kWh im März 2026) ausschlaggebend. An öffentlichen Ladesäulen können je nach Anbieter und Aufladungsart aber auch deutlich höhere Kosten entstehen. Der Ökostromanbieter Lichtblick hat die Durchschnittspreise für Ladesäulen im März 2025 erhoben.
Die Verbrauchswerte der unterschiedlichen Antriebsarten wurden dem Energiekostenvergleich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie entnommen. Sie beruhen auf der Auswertung der jeweils drei meistverkauften Fahrzeugmodelle in den Segmenten Kleinwagen/Kompaktklasse und Mittel-/Oberklasse und der jeweiligen benötigten Antriebsenergie nach Worldwide harmonised Light vehicle Test Procedure (WLTP).